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Donnerstag, 09 Mai 2019 07:10

Australien: Schienennetzbetreiber Aurizon einigt sich mit Minenbetreibern über neue Netzverträge

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Fotos Aurizon.

Aurizon und eine Vielzahl von Nutzern des Zentralen Kohle-Netzes Queensland (Central Queensland Coal Network, CQCN) - darunter die Bergbau-Giganten BHP Billiton, Anglo American und Glencore - haben sich am 03.05.19 darauf geeinigt, neue Verträge abzuschließen und einen 18 Monate dauernden Streit über die Bedingungen ihrer Eisenbahnverträge beizulegen. Aurizon betreibt und verwaltet das 2.670 km lange Schienennetz für schweren Güterverkehr der im Nordosten Australiens tätigen Minenbetreiber.

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Grafik QCA.

Aurizon hat eine übergreifende Struktur, die sowohl das Schienennetz betreibt als auch ein Kohle transportierendes Transportunternehmen umfasst. Aurizon Network, eine Tochtergesellschaft von Aurizon Holdings Limited, betreibt das zentrale Kohlebahnnetz von Queensland. Aurizon Holdings Limited betreibt daneben Kohlefrachtzüge, die auf dem Netz fahren. Den neuen Verträgen vorausgegangen waren Streitigkeiten über durch die Wettbewerks- und Regulierungsbehörde Queensland Competition Authority (QCA) eingeschränkte Gewinne aus dem Schienennetz, die zu reduzierten Wartungsmaßnahmen durch Aurizon und zu schlechteren Nutzungsbedingungen für die vom Netzwerk abhängigen Bergleute führten.

Die Struktur ist ein Vermächtnis aus der Zeit von Aurizon als staatlichem Unternehmen. Bevor die Güterbahngruppe 2010 unter dem Namen QR National auf den Markt kam (sie wurde 2012 in Aurizon umbenannt), war sie seit weit über einem Jahrhundert im Besitz der Regierung von Queensland. Derzeit läuft eine Überprüfung der Unternehmensstruktur von Aurizon, die dazu führen könnte, dass das so genannte "above rail"-Transportgeschäft und das "below rail"-Infrastrukturgleisgeschäft getrennt werden. Diese soll bis zum 30. Juni abgeschlossen sein.

Die neue Vereinbarung von Aurizon mit seinen Kohlebergbau-Transportkunden ermöglicht es Aurizon, seine gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC), die auch in die Mindestrendite von Investitionsprojekten eingehen, bei Erreichen bestimmter Meilensteine von bisher 5,7 auf bis zu 6,3 Prozent zu erhöhen und sich jedes Jahr mit den Kunden auf zukünftige Wartungskosten zu einigen. Dadurch werden die Argumente für eine Trennung von Bahn- und Netzbetrieb erleichtert, da die Ertragssicherheit mit dem längeren Bahnnutzungsvertrag, dem besseren WACC-Ergebnis, aber auch der Tatsache, dass das Netzgeschäft die mit der Betriebskostenleistung verbundenen Anreize nutzen und die Instandhaltungskosten weitergeben kann, erhöht werden. Die neue Vereinbarung hat eine Laufzeit von zehn Jahren, im Gegensatz zu den bisherigen vierjährigen Laufzeiten.

Credit Suisse und Deutsche Bank sind der Ansicht, dass die Transaktion das regulatorische Risikoprofil erheblich senkt und eine bessere Risikoverteilung enthält, die Potenzial zur Wertschöpfung für das Geschäft hat. Morgan Stanley geht davon aus, dass der Deal die Anlagethese um mehr Sicherheit erweitert, und sieht für Aurizon einen starken Anreiz vor, ein Programm zur Reduzierung der Netzwerkausgaben bis zum Wirtschaftsjahr 2027 zu planen und in dieses zu investieren. Die QCA muss das Übereinkommen noch genehmigen.

WKZ, Quelle Financial Review, Australian Mining, FN Arena

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Letzte Änderung am Donnerstag, 09 Mai 2019 08:57