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Freitag, 10 Mai 2019 07:05

Kenia/Uganda: Weiterführung der Normalspurbahn nach Uganda wird verschoben

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Kenia wird 210 Mio. USD (187 Mio. Euro) für die Modernisierung älterer Meterspur-Gleise und deren Verbindung mit der neuen Standardspur-Eisenbahn ausgeben, da das Land darauf verzichtet, das von China finanzierte normalspurprojekt Projekt bis zur Grenze Ugandas auszuweiten, was dem Nachbarn im Binnenland eine schnellere Exportroute zum Indischen Ozean geschaffen hätte.

Diese Woche hatte die Ministerin für Bau und Verkehr in Uganda, Hon Monica Azuba Ntenge, auf einem Arbeitstreffen zum afrikanischen Nordkorridor mit dem kenianischen Verkehrs- und Infrastrukturminister James Macharia auch den Hafen Mombasa und das Nairobi Inland Container Terminal in Kenia besucht. Der Nordkorridor Mombasa - Nairobi - Kampala wickelt über 90% aller Frachten ab, die in oder ab Uganda befördert werden. Uganda ist dabei etwa für 82% aller Transitladungen durch den Hafen von Mombasa verantwortlich.

Kenia hat 2017 eine moderne Normalspur-Bahn vom Hafen Mombasa in die Hauptstadt Nairobi eröffnet. Die Fortführung dieser Line nach Naivasha im Rift Valley wird derzeit gebaut und soll im August fertig sein. Die Eisenbahn wird von der China Road and Bridge Corp. gebaut und von China Communications Construction Co. betrieben. Kenia hat im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative für die beiden ersten Phasen von der Export-Import Bank of China Kredite von 4,68 Mrd. USD erhalten und würde noch etwa 3,6 Mrd. USD für die restlichen Teile bis Malaba an der Grenze zu Uganda benötigen. Doch nun wird die Zeit knapp und Kenia will sich nicht weiter verschulden.

Der Weiterbau der Normalspurbahn wurde ohne Erklärung abgesagt und die bestehende Meterspurstrecke soll für 150 Mio. USD zwischen Naivasha und Malaba renoviert werden. Zusätzlich werden 60 Mio. USD für eine 43 km lange neue Meterspurlinie benötigt, die nach Angaben von Verkehrs- und Infrastrukturminister James Macharia die alte und neue Eisenbahn verbinden soll. "Wir suchen nach Möglichkeiten für die Eisenbahn", sagte er gegenüber Reportern am Mittwoch (08.05.19) in der Hauptstadt Nairobi. "Wir bevorzugen den Privatsektor, so dass es keine Auswirkungen auf die Schulden des Landes geben wird." Gedacht ist an eine PPP-Vereinbarung (Public Private Partnership).

Die Verbindung wird etwa ein Jahr dauern, und in der Zeit werden LKW verwendet, um die beiden Linien zu verbinden. "Wir werden schnell, sehr dringend eine Verbindung zwischen der Normalspurbahn und der Meterspurbahn in Naivasha herstellen, um sicherzustellen, dass es einen reibungslosen Umschlag gibt, wenn die Waren nach Mombasa gelangen", sagte Macharia.

Das Binnenland Uganda - nach eigenen Angaben die "Perle Afrikas" - wollte eigentlich die Normalspurbahn von Malaba zur Hauptstadt Kampala weiterführen, muss diese Pläne jetzt aber verschieben, bis Kenia den Bau wieder aufnimmt, so die Verkehrsministerin Monica Ntege aus Uganda. "Damit Uganda mit dem eigentlichen Bau beginnen kann, müssen wir warten, bis Kenia irgendwo angekommen ist, so dass wir mit der Mormalspurbahn auf der ugandischen Seite gleichzeitig in Malaba ankommen könnten."

Wie Kenia werde auch Uganda deshalb vorerst seine bestehende Strecke von Malaba nach Kampala für rund 152 Mio. Euro ausbauen. "Für die Meterspurbahn hatten wir schon viel früher mit dem Ausbau begonnen. Wir haben bereits einen Zuschuss von der EU", sagte Ntege. Die EU werde 32 Mio. USD ausgeben, um die Meterspurbahn nach Tororo und Gulu wiederherzustellen, sagte sie.

WKZ, Quelle Regierung Uganda, Bloomberg, Reuters

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Letzte Änderung am Donnerstag, 09 Mai 2019 22:46