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Freitag, 14 Juni 2019 07:10

Australien: Grundwasserbewilligung für umstrittene Adani-Kohlenmine

Die Regierung von Queensland genehmigte am Donnerstagnachmittag (13.06.19) den Grundwassermanagementplan des Minenbetreibers Adani und entfernte damit die letzte große Umwelthürde für das Unternehmen am Standort Carmichael.

carmichael

Das Galiläische Becken, fast 800 Meilen nordwestlich von Brisbane und fast 100.000 Quadratmeilen groß, enthält schätzungsweise 7.750 Mio. t. Kohle - eine Menge, die, wenn sie abgebaut und verbrannt würde, die Bemühungen zur Eindämmung der globalen Erwärmung vereiteln würde. Adani will mit der Kohle ein Netz von Kraftwerken in ganz Indien betreiben.

Die Genehmigung des neuesten Grundwassermanagementplans durch das Queensland Department of Environment and Science erfordert zwar, dass Adani in den nächsten zwei Jahren weitere wissenschaftliche Arbeiten zur Stärkung des Umweltschutzes durchführt. Das Department sagte, dass bei ihrer Entscheidung Ratschläge der Behörde für wissenschaftliche und industrielle Forschung CSIRO und Geoscience Australia eingeholt wurden. Trotz dieser Zusicherung wurde die Ankündigung von den Umweltverbänden GetUp und den Grünen kritisiert, die darauf hinwiesen, dass der Kampf gegen die Mine "noch lange nicht beendet" sei.

Im Gebiet des zukünftigen Kohleabbaues liegt eine der letzten unberührten Wüstenoasen der Welt, der Doongmabulla Springs Complex. Der so genannte "Badewanneneffekt" des Grundwassers würde dazu führen, dass eine der möglichen unterirdischen Quellen der Oase - die am nächsten gelegene ist 7 km vom Bergwerk entfernt - absinken könnte. Im Rahmen der Bundesumweltzulassung darf Adani diesen Grundwasserträger um bis zu 20 Zentimeter entwässern.

Die Opposition gegen das Projekt wurde nach den Parlamentswahlen in Australien am 18. Mai geschwächt, als sich die Labor Party mit den Grünen gegen die neue Kohlemine aussprach und damit auf ganzer Linie scheiterte. Die Mitte-Rechts-Regierung des liberalen Premierministers Scott Morrison wurde damit ins Amt zurückgebracht.

Arbeitsministerin Michaelia Cash brachte die Rolle der Arbeitsplatzsicherung auf den Punkt. Sie sagte in Sky News, dass die Leute während des letzten Bundeswahlkampfes zu ihr sagten: "Michaelia, die Art und Weise, wie man Jobs in Queensland buchstabiert, lautet A-D-A-N-I". Das Projekt solle 1500 direkte und 6750 indirekte Arbeitsplätze schaffen.

Die Umweltbewegung GetUp forderte angesichts lang anhaltender Dürren im Land eine sofortige Pause bei Grundwasserbescheinigungen und spricht von einem "alarmierenden Trend von Adani und der Morrison-Regierung, Kritiker und Stimmen der Gemeinschaft zum Schweigen zu bringen, während sie den ordnungsgemäßen Prozess mit Füßen treten."

Sam Regester, der Sprecher der Umweltbewegung GetUp, sagte, dass Adani immer noch die Zustimmung von traditionellen Eigentümern brauche und noch die Genehmigung für seine geplante Eisenbahnlinie zum Transport der Kohle aus dem Zentrum von Queensland fehle. Für den Bau der neuen Mine wird eine 125 Meilen (200 km) lange Eisenbahn benötigt, um die Kohle zum Hafen Abbot Point für den Export nach Indien zu transportieren.

WKZ, Quelle The Times, The sunday Morning Herad, GetUp, ABC

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