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Freitag, 21 Juni 2019 12:00

Nordkorea: Auf den Spuren von Kim Jong Un – Mit dem Zug von Pjöngjang über Hanoi nach Saigon (Teil 2)

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Wieder in “halber“ Freiheit angekommen, nahm der zweite Teil der Reise von Pjöngjang nach Saigon nunmehr im Nordosten Chinas im Bahnhof von Dandong ihre Fortsetzung. Nach den spartanischen Zuständen in Nordkorea wurde man hier von einem modernen chinesischen Bahnhof empfangen, welcher bereits Teil des CRH-(China Railway High-Speed)-Systems ist.

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Der Nachtschnellzug nach Peking wurde jedoch auf dem ersten Abschnitt von einer modernen Doppel-Diesellok bespannt (leider konnte die Bauart nicht ermittelt werden, da diese außerhalb des Bahnsteiges im Dunkeln stand). Auffällig an den Expreßzügen ist im Gegensatz zu den vorherigen Reisen 2011 und 2012, dass die Farbgebung der Züge von rot/orange-grau mittlerweile wieder zur klassischen grünen Lackierung gewechselt hat.

Im Speisewagen gab es ein reichhaltiges Tablett inklusive des seit einigen Jahren gereichten amerikanischen Budweisers (mag ja inzwischen schon historisch sein...?) für knappe 8 Euro.

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20181024 155723 Peking West20181025 131712 Peking West

In Peking Hbf angekommen (übrigens zufälligerweise fast auf den Tag genau 8 Jahre nach der Abreise von hier nach Düsseldorf) stand der ganze Tag zur Verfügung, bis es am Abend im nächsten Nachtschnellzug ab Peking West, neben Peking Süd einer der monumentalen neuen Bahnhöfe, ins südchinesische Nanning weiterging. Inzwischen ist ein großer Teil der schweren Schnellzüge auf die neue Baureihe HXD3D übergegangen (wer mehr hierüber wissen möchte, dem sei die englische Wikipedia nahegelegt. Das dem Ende des Bahnsteiges geschuldete Halbieren der Lok im Bild möge verziehen sein).

Im Südabschnitt nutzt dieser Zug eine der zahlreichen in den letzten Jahren entstandenen Neubaustrecken, so daß die etwa 2.300 km in knapp 23,5h zurückgelegt werden. Wie mittlerweile eigentlich in jeder chinesischen Metropole ist auch Nanning ein imposanter neuer Bahnhöfe entstanden.

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Hier bildet der Anblick des aus älteren chinesischen Schlafwagen gebildeten Nachtschnellzuges nach Hanoi durchaus einen Kontrast. Nanning um 18:05 verlassend, erreicht T8701 nach etwa vier Stunden Fahrzeit den chinesischen Grenzbahnhof Pingxiang. Hier findet zunächst die chinesische Ausreise statt, für die man mit komplettem Gepäck aussteigen und Pass- sowie Zollkontrolle über sich ergehen lassen muß. Nach Absolvieren dieser geht es mit dem Zug für knappe 30 Minuten weiter in den Bahnhof Dong Dang in Vietnam. Hier wiederholt sich dieses Spiel gegen Mitternacht.

Notiz am Rande: obwohl seit einiger Zeit für deutsche Staatsbürger für bestimmte Reisen kein Visum mehr erforderlich ist, blieb die spannende Frage, inwieweit das auch den lokalen Organen bekannt ist. Und siehe da, der Pass des einzigen externen Reisenden wurde von einem aufmerksamen Grenzer zunächst nach einem solchen durchsucht, bis man dann im Kämmerchen verschwand. Nach einigen Minuten der Prüfung der Bestimmung wurde er jedoch mit einem knappen “Thank you“ zurückgereicht und kurz darauf mit dem Einreisestempel versehen.

Für noch einmal knappe vier Stunden wird die Reise dann auf der Strecke nach Hanoi fortgesetzt, welche nach Lückenschluß zwischen den Ländern im Laufe der Zeit mit einer dritten Schiene ausgerüstet wurde.

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Letzte Änderung am Donnerstag, 20 Juni 2019 18:55