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Freitag, 02 August 2019 07:05

Kamerun: Keine Wiederbelebung der Eisenbahn nach der Katastrophe von Eseka

Vor der Eisenbahnkatastrophe von Eseka am 21. Oktober 2016 beförderte die Kamerunische Eisenbahn (Camrail) auf der Bahnlinie Yaoundé-Douala durchschnittlich 1523 Menschen pro Tag. Aber seit diesem Unfall, bei dem 79 Menschen getötet und fast 600 verletzt wurden, ist dieser Dienst eingestellt worden, und nur Güterverkehr findet noch statt.

Die Wiederkehr des Intercity-Zuges, der zweimal täglich zwischen den beiden Städten verkehrte, wurde mehrfach angekündigt und immer noch nicht verwirklicht. Eine der direkten Folgen war die Intensivierung des Straßenverkehrs auf der Nationalstraße Nr. 3, der sogenannten Todesroute (4200 Unfälle, davon 179 Totesfälle zwischen Januar und August 2017).

Während die Aussichten für eine Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs mehr als unklar sind und der 2011 verabschiedete Nationale Eisenbahn-Masterplan noch nicht wirklich umgesetzt wurde, wurden kürzlich Fragen zum Projekt einer ersten Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke (TGV) aufgeworfen, wie der französische Milliardär Vincent Bolloré, der 77,4% der Anteile von Camrail hält, vor sieben Jahren bekannt gab. Nach einer Audienz beim Präsidenten der Republik, Paul Biya, am 15. Mai 2012 in Yaoundé, kündigte Bolloré mit großer Begeisterung an, dass er dieses Projekt innerhalb kürzester Zeit, d.h. 12 Monate ab dem Datum der Ankündigung, durchführen werde. Sieben Jahre später ist das Projekt vergessen.

Andererseits hat der Konzessionär, dem es seit der Katastrophe vom Oktober 2016 an Bargeld mangelt, den Staat über seine Bereitschaft informiert, 11 seiner fünfzig Jahre alten Wagen, die von der ehemaligen Nationalen Eisenbahnbehörde Kameruns (Regifercam) übernommen wurden, zu sanieren, unter der Bedingung, dass 1,2 Mrd. CFA-Franken zu seinen Gunsten freigegeben werden.

Eine weitere Verpflichtung, die der französische Betreiber seit fast zehn Jahren eingegangen ist, aber nicht eingehalten hat, ist die Finanzierung der Erweiterungsarbeiten an der Eisenbahn Yaoundé - N'Djamena (Tschad) von Ngaoundéré aus für eine Investition von rund 1400 Mrd. CFA-Francs. Die damit verbundene Machbarkeitsstudie wurde inzwischen durchgeführt, aber das Thema wird beim Austausch zwischen den verschiedenen Beteiligten überhaupt nicht mehr angesprochen.

WKZ, Quelle Eco Matin

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