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Freitag, 16 August 2019 12:00

Brasilien/Japan: Pünktlichkeit als Exportthema - Mitsui übernimmt Anteile an SuperVia

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Fotos SuperVia.

Ein japanisches Konsortium unter der Leitung von Mitsui & Co. will das brasilianische SuperVia-Schienensystem erneuern, das seit der Einführung der Dienste in den 2000er Jahren 40 % der täglichen Fahrgastzahlen verloren hat. Während die Schwellenländer den Aufbau ihrer eigenen Transitsysteme beteiben, versuchen die japanischen Eisenbahngesellschaften, Aufträge zu erhalten, indem Japans Know-how über ihre weltberühmte Zugpünktlichkeit anbieten.

Ein japanisches Konsortium aus Mitsui & Co., West Japan Railway und dem öffentlich-privaten Fonds Join investierte 20 Mrd. Yen (170 Mio. Euro) in den Erwerb von rund 90% der Anteile an SuperVia, einem brasilianischen Eisenbahnbetreiber. Ziel ist es, den problematischen Betrieb wieder in Gang zu bringen, indem sie ihre Erfahrung mit dem Betrieb von Zügen einbringen.

Da die Schienenfahrzeughersteller in China und Europa ihre Größe nutzen, um Aufträge für Schienenfahrzeuge zu akquirieren, konzentrieren sich die japanischen Wettbewerber auf ihre einzigartige Stärke, um die Pünktlichkeit auch bei extrem engen Zugfahrplänen sicherzustellen.

SuperVia, das den Staat Rio de Janeiro bedient, ist bekannt für erhebliche Serviceverzögerungen. Die Züge kommen so spät an, dass viele Fahrgäste in den Bus umgestiegen sind. Die tägliche Fahrgastzahl ist seit dem Höchststand Anfang der 2000er Jahre von 1 Million auf rund 600.000 Menschen gesunken.

"Wir werden unser Know-how einbringen und das Geschäft stabilisieren", zitiert der Nikkei Asian Review Yasushi Shimizu, Mitsuis General Manager der Transportprojektabteilung.

Das japanische Konsortium wuchs aus einer 24%igen Beteiligung an SuperVia, die 2014 erstmals indirekt von Mitsui erworben wurde. Durch die Umwandlung der Eigentümerstruktur in eine direkte Mehrheitsbeteiligung können die Unternehmen leichter Reformen des fünfsträngigen, 270 km langen Systems durchführen. Der Deal ist das erste Mal, dass ein japanischer Konzern eine Mehrheitsbeteiligung an einer ausländischen Eisenbahngesellschaft übernimmt, so Mitsui.

Zunächst werden die Partner jährlich rund 3 Mrd. Yen in die Installation einer hochmodernen Signalanlage investieren. Die Anzahl der Signalpunkte wird erweitert, um den Standort der Züge besser zu überwachen und die Ankunftszeiten besser einzuhalten. Dies ermöglicht es dem Betreiber, die Anzahl der Züge pro Stunde zu erhöhen, indem er die Entfernung zwischen den Zügen verkürzt.

Japan, in dem 30% der jährlichen Bahnfahrer der Welt leben, gilt als die Zughauptstadt der Welt. Dank der Expertise der Bahnbetreiber kommen die Züge zur Hauptverkehrszeit Tokios jede zweite Minute an. Sein Know-how ist besonders nützlich für Entwicklungsländer, die unter Staus und Umweltverschmutzung leiden.

WKZ, Quelle Nikkei Asian Review

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