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Mittwoch, 11 September 2019 07:10

Guinea: Kommt die "transguineanische" Eisenbahn zur Westküste?

nabia

Nimba-Berge. Foto Wikipedia/UNESCO.

High Power Exploration (HPX), ein privates US-amerikanisches Unternehmen unter der Leitung des kanadische Bergbau-Milliardärs Robert Friedland, hat letzte Woche die Genehmigung erhalten, den 95-prozentigen Anteil an der Eisenerzlagerstätte Nimba zu erwerben, der sich im Besitz von BHP, dem weltweit größten Bergbauunternehmen, der US-Gruppe Newmont Goldcorp und der französischen Atomkraftwerksgruppe Orano (vormals Areva) befindet.

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Vom Nimba-Abbaugebiet kann das Eisenerz entweder per Bahn über Liberia oder über eine noch zu bauende transguineanische Eisenbahn transportiert werden.

Guinea verfügt über einige der weltweit hochwertigsten Eisenerze, darunter im Simandou-Hügelzug im Südosten des Landes, aber das westafrikanische Land hat es versäumt, die Infrastruktur zum Abtransport zu errichten.

Die Lagerstätte Nimba, etwas weiter südlich gelegen, wird auf rund 1 Mrd. t Stahlerzeugnisse geschätzt. Ihr Erz ist hochwertig mit einem Eisengehalt von 62 Prozent. HPX sagte, dass es geplant sei, so schnell wie möglich eine Startmine von 1 bis 5 Mio. t pro Jahr in Betrieb zu nehmen, um die Produktion auf mindestens 20 Mio. t zu steigern.

Das Eisenerzprojekt Nimba liegt etwa 800 km von der Hauptstadt Conakry entfernt, während es nur rund 65 km zu der bestehenden Eisenbahn bei Tokadeh in Liberia sind. Deren Betreiber ArcelorMittal teilte Reuters in einer E-Mail mit, dass sein Bergbauabkommen Dritten den Zugang zu seiner Eisenbahn ermöglichte, wenn dies nicht "den Betrieb von ArcelorMittal und damit den Einnahmenfluss für die Menschen in Liberia in unvernünftiger Weise beeinträchtige".

Die Regierung in Guinea wünscht allerdings, dass jeder zukünftige Entwickler eine "transguineanische" Eisenbahn zur Westküste bauen müsste - eine Entfernung von rund 650 km. Der guineische Bergbauminister Abdoulaye Mgassouba erklärte, das Ziel des Landes sei, "alle Projekte zur Gewinnung von Eisenerz so zu entwickeln, dass Guinea auf dem Markt präsent ist und sein Potenzial voll ausgeschöpft werden kann".

Doch der Bau einer "transguineanischen" Eisenbahn steht immer noch aus. Im Herbst 2016 zog Rio Tinto, der damalige Konzessionär von Simandou, die Reissleine aufgrund gefallener Erzpreise, Korruption und einer Ebola-Epidemie. Warum eine "transguineanische" Eisenbahn, wenn man die Strecke nach Buchanan in Liberia mitbenutzen darf?

WKZ, Quelle Bloomberg, Reuters, NZZ

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Letzte Änderung am Mittwoch, 11 September 2019 08:44