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Montag, 09 Oktober 2017 10:56

Kanada: Treffen Trudeau-Trump soll Zollfrage für Bombardier ansprechen

Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland erwartet, dass Premierminister Justin Trudeau diese Woche mit US-Präsident Donald Trump über den Fall Bombardier sprechen wird. "Dies ist ein sehr wichtiges Thema für den Ministerpräsidenten, und ich nehme an, dass er beabsichtigt, darüber zu sprechen", sagte Minister Freeland in einem Interview mit dem TV-Sender CTV Television Network. Neben diesem Handelskonflikt dürfte die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) im Mittelpunkt der Gespräche zwischen den beiden Staats- und Regierungschefs stehen.

"Der Präsident ist ein Geschäftsmann. Wir sind sein größter Kunde", sagte Freeland. Im Jahr 2016 belief sich der bilaterale Handel zwischen den beiden Ländern auf 882 Milliarden Dollar.

Das amerikanische Handelsministerium hatte inzwischen die vorläufigen Antidumpingzölle auf Flugzeuge der Bombardier C-Serie auf 80 % festgelegt, zusätzlich zu den schon angekündigten Ausgleichsabgaben von 220 %. Die beiden Zuschläge haben den Preis der von Bombardier in den USA verkauften Flugzeuge der C-Serie inzwischen vervierfacht.

Die Entscheidung unterstreicht die defensive Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump und könnte den Verkauf von Bombardiers innovativem neuen Flugzeug an US-Fluggesellschaften effektiv stoppen. Die Auflagen erfolgen aufgrund einer vorläufigen Feststellung, dass Bombardier im Jahr 2016 75 Flugzeuge der CSeries unter den Anschaffungskosten an Delta Air Lines Inc. verkauft hat. Die vorgeschlagenen Zölle werden erst dann wirksam, wenn sie Anfang nächsten Jahres von der Internationalen Handelskommission der USA (ITC) bestätigt werden.

Die Bombardier-Gruppe verurteilte dies am Freitag (06.09.17) als "übertriebene und völlig unangemessene Anwendung bestimmter US-Gesetze, die darauf abzielten, CSeries-Flugzeuge vom Eintritt in den US-Markt abzuhalten, ungeachtet der negativen Auswirkungen auf die Luft- und Raumfahrtindustrie, Arbeitsplätze und Fluggesellschaften".

WKZ, Quelle Argent Enterprises, CTV

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