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Freitag, 27 Dezember 2019 07:10

China: Hochgeschwindigkeitsbetreiber Peking - Shanghai kurz vor dem Börsengang

Der Börsengang des chinesischen Hochgeschwindigkeitsbetreibers Beijing-Shanghai High-Speed Railway Co. Ltd. (BSHSR) - potenziell der größte Börsengang auf dem chinesischen Festland seit fast einem Jahrzehnt und interessant auch für nichtchinesische Investoren - könnte noch vor Ende des Jahres erfolgen, nachdem die Regulierungsbehörden der Shanghai-Notierung am Wochenende zugestimmt haben.

Das Unternehmen besitzt die 1318 km lange Eisenbahnverbindung Peking - Shanghai des chinesischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes, die Chinas politische und finanzielle Hauptstädte in weniger als 4½ Stunden verbindet. Im vergangenen Jahr reisten fast 200 Mio. Passagiere auf der Strecke. Am 25.10.2019 wurde der Antrag auf Börsengang gestellt.

Öffentliche Investoren werden nach dem Börsengang 15% der Gesellschaft besitzen, aber es gibt noch keine Details über die Preisgestaltung. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr rund 1,35 Mrd. EUR Nettogewinn erzielt. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23, einer inoffiziellen Obergrenze bei chinesischen Börsengängen, könnte das Unternehmen mehr als 4,5 Mrd. EUR einnehmen, was es zur größten Festlandsnotierung seit 2010 machen würde, berichtet die Washington Post.

Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen eine Nettomarge von 33%. Im Vergleich dazu verzeichnete die Central Japan Railway Co., die die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Tokio und Osaka sowie einige Nahverkehrszüge betreibt, für die 12 Monate bis September eine Nettogewinnspanne von 24%.

Investoren, die sich freuen, ein Stück von einem so lukrativen Geschäft zu bekommen, sollten nach Meinung der Washington Post aber ein wachsames Auge darauf haben, wofür der Mehrheitsaktionär das Geld verwenden will. Denn die Regierung möchte den Gewinn nutzen, um weniger finanzstarke Hochgeschwindigkeitsstrecken zu finanzieren, die der Versorgung in bevölkerungsärmeren Teilen Chinas dienen. Die staatliche China State Railway Group, die die Muttergesellschaft der BSHSR ist, ist nach dem Bau neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken in den letzten zehn Jahren hoch verschuldet.

Beijing-Shanghai High-Speed Railway Co

Beijing-Shanghai High-Speed Railway Co. (京沪高速铁路, pinyin-Schreibweise: Jīnghù Gāosù Tiělù) ist eine Tochtergesellschaft der Chinesischen Staatsbahn CR, die dem Eisenbahnministerium untersteht. Die Teilprivatisierung, englisch "initial public offering (IPO)" war im November 2019 von den chinesischen Behörden genehmigt worden und soll durch den Börsengang mit max. 7.557 Mrd. Aktien an der Shanghai Stock Exchange rund 50 Mrd. Yuan (CNY), umgerechnet derzeit etwa 7,13 Mrd. USD (ca. 6,43 Mrd. EUR) einbringen.

Von der Beijing-Shanghai High-Speed Railway Co. werden auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Beijing und Shanghai zurzeit vor allem die mit dem ICE3 verwandten Triebzüge der Baureihen CRH380BL und CRH380CL (gebaut ab 2013, Vmax 380 km/h) sowie die moderneren CRH400AL und CRH400BL (hergestellt ab 2017, Vmax = 400 km/h) eingesetzt.

WKZ, Rüdiger Lüders, Quelle Washington Post, Wikipedia, Xinhua

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Letzte Änderung am Freitag, 27 Dezember 2019 07:23