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Montag, 30 Dezember 2019 07:10

China: Neue Hochgeschwindigkeitsstrecken eröffnet

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Fotos Rüdiger Lüders, CRRC.

Die chinesische Regierung arbeitet weiter daran, alle Provinzhauptstädte des Landes durch Hochgeschwindigkeitsstrecken mit der Hauptstadt Beijing (Peking) und untereinander zu verbinden, um die Reisezeiten Im SPFV des ausgedehnten Landes zu verringern.

Bereits Ende 2018 betrug die Länge aller Hochgeschwindigkeitsstrecken in China über 29.000 km bei einer Gesamtstreckenlänge des staatlichen Eisenbahnnetzes von ca. 130.00 km. Damit besitzt China ein Hochgeschwindigkeitsnetz, das zwei Drittel der Länge aller Hochgeschwindigkeitsstrecken der Welt ausmacht. Bis 2025 soll allein das chinesische Hochgeschwindigkeitsnetz noch auf 38.000 km anwachsen, während die Länge der herkömmlichen Eisenbahnstrecken sich bis 2050, vor allem zur Steigerung des Güterverkehrs, gegenüber dem heutigen Stand verdoppeln soll.

Bereits am 16.12.2019 wurde die 648 km lange Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke Chengdu - Guiyang, ein wichtiger Teil des ehrgeizigen chinesischen Plans zum Bau eines landesweiten Hochgeschwindigkeitsnetzes, in Betrieb genommen. Die Bahnlinie verbindet Guiyang, die Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Guizhou, mit Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Nach der Anpassung des nationalen Fahrplans am 30.12.2019 sind auf dieser Strecke 44 Zugpaare pro Tag und 14 Zugpaare in Spitzenzeiten unterwegs, so dass Chengdu mit Shanghai, Guangzhou, Kunming und anderen Orten mittels Hochgeschwindigkeitszügen verbunden ist.

Mit einer Entwurfsgeschwindigkeit von 250 km/h verbindet die Bahn zwei Verkehrsknotenpunkte im Südwesten Chinas innerhalb von 2h 38 min, und bietet einer großen Anzahl von Passagieren in der Region einen schnellen Weg in die östlichen und südlichen Küstenprovinzen. "Die Eisenbahn ist von entscheidender Bedeutung für den Tourismus, die Armutsbekämpfung sowie die Strategie Chinas zur Entwicklung der westlichen Region", sagte Li Yi, ein Hauptkonstrukteur der Eisenbahn bei der China Railway Eryuan Engineering Group.

Aufgrund des bergigen Geländes der Region wurden rund 85 Prozent der 648 km langen Eisenbahnstrecke auf Hochbrücken oder durch Tunnel gebaut. "Die Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke Chengdu - Guiyang ist eines der kompliziertesten Personenbahnprojekte in den Bergregionen Chinas", sagte Zheng Tao, ein Konstrukteur der China Railway Eryuan Engineering Group. Zheng sagte, die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke zeuge von Chinas fortschrittlichem Know-how im Hochgeschwindigkeitsbahnbau und wies besondere Ingenieurleistungen im Projekt hin, darunter die Feste Fahrbahn, eine weitspannende Stahl-Beton-Korbbogenbrücke und eine Stahlrohr-Beton-Drehbogenbrücke.

Ebenfalls schon am 16.12. konnten in Ostchina die neuen Eisenbahnstrecken von Xuzhou nach Yancheng und von Lianyungang nach Huai'an in Betrieb genommen werden. Bei der Verbindung von Xuzhou nach Yancheng handelt es sich um eine 313 km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke für 250 km/h, an die sich in Huai'an die Strecke von Lianyungang nach Zhenjiang anschliesst. Im kommenden Jahr ist mit der Fertigstellung weiterer Neubaustrecken in dieser Region zu rechnen, wodurch neue Direktverbindungen aus der nördlichen Jiangsu-Provinz in die Großstadt Shanghai möglich sind. Dadurch sollen zukünftig die Hochgeschwindigkeitszüge auf der Strecke Beijing - Shanghai entlastet werden.

Im Jahr 2020 sollen weitere Hochgeschwindigkeitsstrecke in den Provinzen (Autonome Region) Guangxi Zhuang, Guangdong, Henan, Jiangsu, Liaoning, Shandong and Shaanxi den Betrieb aufnehmen, um somit engere Verbindungen zwischen den ländlichen Gebieten und den Ballungszentren in der Mitte und im Osten Chinas zu schaffen.

In den bevölkerungsärmeren südwestlichen und westlichen Regionen Chinas steht hingegen der Ausbau des konventionellen Eisenbahnnetzes im Vordergrund, welches besonders dem Güterverkehr dienen soll. Hierzu zählt z.B. die jetzt am 18.12.2019 eröffnete 671 km lange, vorwiegend eingleisige Strecke von Dunhuang in der Provinz Gansu nach Golmud in der Qinghai-Provinz in Nordwestchina. Die Bedeutung dieser Strecke für den Güterverkehr zeigte sich bereits am Eröffnungszug, den eine elektrische Güterzug-Doppellok der Baureihe HXD1C (Vmax = 120 km/h) führte, die von CRRC Zhuzhou Locomotive Co. auf technischer Basis der Siemens-EuroSprinter gebaut worden ist.

WKZ, Rüdiger Lüders; Quellen: China News Service (ecns), China.org, South China Morning Post, Xinhua

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Letzte Änderung am Montag, 30 Dezember 2019 07:19