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Freitag, 17 Januar 2020 07:05

Vereinigte Staaten: Zug nach Las Vegas gerät in Zeitverzug

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Virgin Trains USA ist auch Partner bei Brightline in Florida. Foto Brightline.

Kalifornische Behörden haben am Mittwoch (15.01.2020) eine Entscheidung auf Februar verschoben, die den Weg für Virgin Trains USA freigemacht hätte, bis zu 2,4 Mrd. USD (2,15 Mrd. EUR) an steuerbefreiten Anleihen für die geplante Eisenbahn nach Las Vegas zugeteilt zu bekommen, nachdem für das Projekt noch eine wichtige Bundesgenehmigung fehlt.

Virgin Trains USA, unterstützt von den Private-Equity-Fonds der Fortress Investment Group, plant den Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Las Vegas und Victorville, am nordöstlichen Stadtrand von Los Angeles. Das Projekt, das seit mehr als einem Jahrzehnt unter verschiedenen Eigentümern in Arbeit ist, bedarf noch der endgültigen Genehmigung durch die Federal Railroad Administration (FRA). In einem Brief an das Unternehmen teilte die Behörde mit, dass sie "weiterhin analysiert, ob die aktuellen Projektänderungen die Notwendigkeit einer zusätzlichen Umweltprüfung auslösen".

Das California Debt Limit Allocation Committee hatte im September 2019 nach einer Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung eine vorläufige Genehmigung erteilt, die aber noch von der Bundesgenehmigung abhing. Man wartet nun auf die Zustimmung der Bundesregierung um "die Integrität des Projekts und der Arbeitsplätze, die davon abhängen" bestätigt zu bekommen und die "Anleiheobergrenze festlegen zu können".

Der Bau des Hochgeschwindigkeitszuges zwischen Las Vegas und Südkalifornien sollte dieses Jahr beginnen, damit der Zug bis Ende 2023 in Betrieb gehen kann. Virgin Trains plante, mit dem Verkauf des kalifornischen Teils der Schuldverschreibungen im März 2020 zu beginnen. Die Verschiebung der Entscheidung des Komitees auf Februar könnte einen gewissen Einfluss auf die Fertigstellung des Projekts haben.

Das Projekt über 4,8 Mrd. USD (4,3 Mrd. EUR) hängt von der kostengünstigen Finanzierung durch private Anleihen ab, die die Staaten für öffentlich wünschenswerte Unternehmungen gewähren. Aber nur ein bestimmter Betrag solcher Anleihen kann in jedem Staat jährlich gewährt werden, wobei neben Bahnunternehmungen auch Wohnungsbauunternehmen auf die Anleihen angewiesen sind. Kalifornien kann 600 Mio. USD aus seiner Zuteilung für private Aktivitätsanleihen viermal auf 2,4 Mrd. USD aufstocken, da die Bundesvorschriften diese besondere Förderung für die Eisenbahn vordehnen. Eine kalifornische Behörde, die dies mit einer Bundeszuweisung kombiniert, würde bis zu 3,2 Mrd. USD an steuerfreien Schuldverschreibungen für Bahnprojekte ausgeben können. Neben Kalifornien soll sich auch Nevada mit bis zu 800 Mio. USD beteiligen, so dass Virgin unter Zuhilfenahme weiterer Beteiligungen auf insgesamt 4,2 Mrd. USD käme.

WKZ, Quelle Bloomberg

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Letzte Änderung am Donnerstag, 16 Januar 2020 17:26