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Donnerstag, 20 Februar 2020 17:00

Australien: Zwei Menschen sterben bei Zugentgleisung [Update]

Der Lokführer und eine weitere Person sind gestorben und mehrere weitere wurden verletzt, nachdem ein XPT-Zug (Express Passenger Train) auf der Fahrt von Sydney nach Melbourne am Donnerstagabend in Victoria, Australien, entgleist ist.

Die Entgleisung erfolgte in der Nähe der Stadt Wallan, etwa 45 km nördlich vom Central Business District von Melbourne. Nach Angaben des Betreibers NSW TrainLink South befanden sich etwa 160 Personen an Bord.

Mindestens vier Waggons entgleisten und die Lokomotive drehte sich auf die Seite. Die Bahnstrecke wurde erheblich beschädigt.

Die Fahrgäste haben Bilder in sozialen Medien veröffentlicht, die zeigen, wie sich die Waggons zwischen Bäumen an der Seite der Gleise verdrehten und teilweise umkippten.

Die Fahrgäste wurden alle zu Fuß zu einer örtlichen McDonald's-Station gebracht, die als medizinisches Versorgungszentrum eingerichtet wurde.

Die Polizei von Victoria wird die Ursache des Vorfalls in Zusammenarbeit mit der Nationalen Eisenbahnsicherheitsaufsichtsbehörde, dem Australischen Verkehrssicherheitsbüro und dem arbeitssicherheitsbüro untersuchen.

XPT (Express Passenger Train)

Die XPT wurden ab 1981 von Comeng (Commonwealth Engineering *) in Granville, NSW und Dandenong, Vivtoria gebaut. Dabei übernahmen die australischen Ingenieure weitgehend die Konstruktionsprinzipien der britischen HST (High Speed Trains), die gerade wenige Jahre vorher von British Rail entwickelt worden waren. Obwohl - wie die HSTs - für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h konzipiert, sind die XPT nur für 160 km/h zugelassen. Wie ihre britischen Vorbilder stehen die australischen XPTs vor der Ausmusterung. Im Rahmen des "NSW TrainLink Regional Train Project" sollen ab 2023 alle XPT durch neue drei- und sechsteilige Dieseltriebzüge von CAF ersetzt werden.

*) Comeng wurde 1990 von ABB Transportation übernommen. Das Werk in Granville musste schliessen, und das Werk in Dandenong überlebte die Übernahme durch ADtranz, heute als Bombardier-Fabrik.

Michael Laudahn, WKZ, Rüdiger Lüders, Quelle Daily Mail, CNN, Railwaygazette

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Letzte Änderung am Donnerstag, 20 Februar 2020 17:08