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Donnerstag, 14 Mai 2020 09:00

Japan: Neuer Vorsitzender soll JR Hokkaido rentabel machen

JR Hokkaido, nicht rentables Mitglied der japanischen Eisenbahngruppe Japan Railways (JR), will seine Finanzen sanieren, indem Yoshitaka Taura als erster Vorsitzender ohne technischen Abschluss die Firma rentabel und möglicherweise börsenreif machen soll.

Unter den sieben Schwestergesellschaften der 1987 aus der privatisierten Japanese National Railways (JNR) hervorgegangenen Japanischen Eisenbahngruppe Japan Railways (JR) ist JR Hokkaido als einzige nicht rentabel und noch nicht an die Börse gegangen. Der Bahnbetreiber geriet zudem 2013 in Turbulenzen, als bei der Entgleisung eines Güterzuges eine vernachlässigte Gleisinspektion und die Fälschung von Bahninspektionsdaten aufgedeckt wurden.

Der Vorfall erzwang 2014 den Rücktritt sowohl des Präsidenten als auch des Vorsitzenden. Yukio Suda trat als neuer Vorsitzender ein und diente bis 2018, dann wurde er durch Yasutomo Shirakawa abgelöst. Sowohl Suda als auch Shirakawa erwarben wissenschaftliche Abschlüsse an der angesehenen Universität von Tokio. Sie stiegen zu Geschäftsführern von JR East auf und wurden dann von JR Hokkaido angeworben, um die Sicherheitsstrukturen zu verstärken.

JR Hokkaido meldete für das im März endende Jahr einen konsolidierten Rekordverlust vor Steuern von 13,5 Mrd. Yen (120 Mio. EUR). Das Unternehmen wollte keine Prognose für die Ergebnisse dieses Geschäftsjahres abgegeben. Als Reaktion darauf hat JR Hokkaido 1.450 Mitarbeiter, d.h. 20% der Belegschaft, gebeten, zwischen Mai und Juli gestaffelt zu Hause zu bleiben. Das Unternehmen hat auch die Gehälter der Führungskräfte gekürzt.

Wie der Nikkei Asian Review berichtet, hat JR Hokkaido nun beschlossen, als neuen Vorsitzenden Yoshitaka Taura einzustellen. Er wird sein neues Amt im Juni nach der Aktionärsversammlung in diesem Monat übernehmen. Osamu Shimada, der seit 2014 Präsident von JR Hokkaido ist, wird bleiben.

Im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern erwarb Taura einen Abschluss an der Waseda-Universität in Tokio. Unter seiner Führung wurde die inzwischen bei allen japanischen Eisenbahngesellschaften benutzte Smart Card namens "Suica card" von JR East eingeführt. Danach wurde Taura zum Präsidenten von JR East Information Systems befördert und ist seit 2017 Präsident von Viewcard, dem Kreditkartenunternehmen von JR East.

Taura wird nun die Aufgabe haben, JR Hokkaido wieder rentabel zu machen. Davor stehen die Verlängerung der Shinkansen-Linie nach Sapporo und die Maßnahmen im Abklingen der Pandemie an.

WKZ, Quelle Nikkei Asian Review

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