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Mittwoch, 15 Juli 2020 07:10

Argentinien: Eisenbahn soll für den Güterverkehr ausgebaut werden

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Fotos TAC, Mario Meoni.

Die von der dem Verkehrsministerium zugeordneten Bahngesellschaft Trenes Argentinos de Carga (TAC) beförderte Fracht nahm im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent zu. Berücksichtigt man das gesamte erste Halbjahr, betrug der Anstieg 27 Prozent, was mehr als 2,8 Millionen transportierten Tonnen entspricht.

In einem Dialog mit der argentinische Tageszeitung PáginaI12 kündigte der Präsident von TAC, Daniel Vispo, Pläne für die bevorstehende Wiedereröffnung eines Abschnitts nach Misiones und die Investition von 720 Mio. ARS (8,65 Mio. EUR) für Gleisarbeiten an, um den Service zu verbessern und neue Kunden zu gewinnen.

"Die Regierung räumt der Eisenbahn eine fundamentale Rolle ein, sie betrachtet sie als eine staatliche Politik", sagte Vispo. Verkehrsminister Mario Meoni bezeichnete den Güterverkehr per Bahn "grundlegend für die Reaktivierung" des Landes. Eines der Ziele des neuen TAC-Managements wird es sein, Marktanteile zu gewinnen. Von den 8,2 Millionen Tonnen, die zwischen Januar und Mai dieses Jahres mit der Bahn im Land transportiert wurden, entfielen 73 Prozent auf den privaten Sektor, in dem drei Unternehmen tätig sind. Und die anderen 27 Prozent entfielen auf den öffentlichen Sektor, der gegenüber dem Vorjahr um fünf Punkte zulegte, in einem Markt, der sein Frachtvolumen kaum um ein Prozent ausweitete.

Das ehrgeizigste Ziel wird jedoch sein, im gesamten Logistiksystem Fuß zu fassen. Der Schienenverkehr macht nur fünf Prozent des gesamten Güterverkehrs aus, im Vergleich zu 95 Prozent, die mit dem Lkw transportiert werden. "Die Eisenbahn wird derzeit bei einer durchschnittlichen Entfernung von 400 Kilometern immer wichtiger. Heute liegt die Gewinnschwelle bei 750 Kilometern. Über eine Entfernung von 1.000 Kilometern ist der Schienentransport 30 Prozent billiger, was eine Reduzierung der Logistikkosten bedeutet, die den Verbraucher erreichen", erklärte Vispo.

Trenes Argentinos Cargas wuchs in der ersten Hälfte des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent. Die Züge sind nach 17 Jahren wieder zum Transport von Gips zurückgekehrt und haben den Transport von Zucker aus Jujuy und Zement aus Salta wieder aufgenommen. Wichtig war auch die Ladung von Gips, Salz und Kohle aus Mendoza.

TAC betreibt drei Linien: Die Belgrano-Linie in die Provinz Jujuy war immer in Staatsbesitz. Dann die Urquiza-Linie, die durch Mesopotamia verläuft, und die San-Martín-Linie, die Mendoza erreicht. Beide Linien wurden 2013 renationalisiert. Der 2013 mit China unterzeichnete Investitionsplan wird inzwischen eingehalten. Seit 2015 wurden die Erneuerung von 800 Kilometern Gleis und der Austausch von 107 Lokomotiven und 3000 Waggons durchgeführt.

In diesem Sinne werden in diesem Jahr verschiedene Projekte durchgeführt. Das unmittelbar bevorstehende ist die Wiedereröffnung der Urquiza Norte, die Garupá in der Provinz Misiones erreicht und 2017 geschlossen wurde. Letzte Woche fuhr eine erste leichte Lokomotive auf der Strecke. Die Sanierung kostete 50 Millionen ARS (2 Mio. EUR). Der Transport von Zement, Reis und Nudeln von dort aus ist schon vereinbart.

Dann gibt es für die zweite Jahreshälfte den Plan für Renovierungsarbeiten an Gleisen für 720 Mio. ARS (28 Mio. EUR). "Von den 90er Jahren bis heute ist das Eisenbahnsystem auf 60 Prozent reduziert worden. Und was übrig bleibt, liegt bei 50 Prozent der Geschwindigkeit", beschrieb Vispo.

WKZ, Quelle Pagina12

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