english

Freitag, 16 Oktober 2020 09:00

Kanada: VIA Rail erwartet bis Ende des Jahres Regierungsbescheid zum Hochfrequenzzug

via 1via1
Fotos VIA Rail.

Der kanadische Bahnbetreiber VIA Rail hofft noch vor Ende des Jahres eine positive Reaktion der Bundesregierung auf ihr Hochfrequenz-Zugprojekt TGF (train à grande fréquence) im Korridor Quebec City - Montreal - Toronto - Windsor zu erhalten, sagte ihre Präsidentin und Vorstandsvorsitzende Cynthia Garneau am Donnerstag (15.10.2020).

queb

"Unser Ziel und unser tiefster Wunsch ist es, dafür zu sorgen, dass wir bis Ende dieses Jahres eine positive Entscheidung der Regierung erhalten, so dass sie Teil des Budgets 2020-2021 sein kann", zitiert die Zeitung La Presse Frau Garneau auf einer von der Handelskammer des Großraums Montreal organisierten Konferenz.

Der Präsident der Handelskammer, Michel Leblanc, fügte hinzu: "In diesen Zeiten, in denen wir über eine Strategie für Investitionen in unsere Infrastruktur in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Erholung sprechen, werden wir, wenn wir jetzt nicht in der Lage sind, eine Entscheidung über den Hochfrequenzzug zu treffen, niemals in der Lage sein, sie zu treffen", sagte er.

Nach der Zustimmung von Ottawa "dauert es definitiv mindestens vier bis fünf Jahre", bis der TGF in Betrieb genommen werden kann, sagte Garneau. Dieser Zeitrahmen berücksichtigt den Bau selbst, der voraussichtlich mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen wird, vor allem aber Umweltprüfungen und öffentliche Konsultationen.

Das Projekt Hochfrequenzzug (TGF) umfasst den Bau einer speziellen VIA-Eisenbahnlinie zwischen Quebec City und Windsor, einem Korridor, auf den bereits 96% der Fahrten und Einnahmen dieses staatlichen Unternehmens entfallen. VIA Rail besitzt derzeit nur 3% der Strecke, auf der ihre Züge verkehren, und unterliegt daher zahlreichen Beschränkungen, die die Fahrpläne, die Häufigkeit und die Pünktlichkeit der Züge einschränken.

Infolge dieser Einschränkungen und der alternden Schienenflotte stößt VIA Rail "an die Grenzen seines Wachstumspotenzials", so Frau Garneau. Eine neue Flotte wurde bereits bestellt und wird voraussichtlich im Frühjahr 2022 in Dienst gestellt. Die Auftragsvergabe an die Firma Siemens, die die Züge in Kalifornien bauen will, löste einen Aufschrei aus, als das Bombardier-Werk in La Pocatière - wie auch heute noch - verzweifelt nach Aufträgen suchte.

WKZ, Quelle La Presse

Zurück

Letzte Änderung am Freitag, 16 Oktober 2020 09:14