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Dienstag, 29 Dezember 2020 07:10

Iran/Türkei/Pakistan: Güterzug Islamabad - Teheran - Istanbul soll 2021 in Betrieb gehen

Der Güterzug Islamabad - Teheran - Istanbul wird voraussichtlich Anfang 2021 den Betrieb wieder aufnehmen, um den Handel Pakistans mit der Türkei und dem Iran anzukurbeln. Auch neue andere Eisenbahnverbindungen zwischen Iran und Afghanistan oder Armenien und der Türkei sollen den Ost-West-Verkehr erleichtern.

Die Eisenbahnen Pakistans, der Türkei und des Irans haben sich darauf geeinigt, den regulären Betrieb bald wieder aufzunehmen, sagte der türkische Verkehrsminister Adil Karaismailoglu nach dem zehnten Treffen der Verkehrs- und Kommunikationsminister der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Istanbul, wie das pakistanische Medienorgan Islamabad Scene berichtete.

Der Probebetrieb des ITI-Zuges wurde 2009 als ein Projekt im Rahmen des asiatischen Handelsblocks ECO (Economic Cooperation Organization) gestartet, der zehn Staaten umfasst. Die Bahnstrecke, die von der UN als internationaler Korridor zwischen den drei Ländern anerkannt ist, wurde bisher nur für die Durchführung von Probefahrten genutzt.

Während der Versuchsfahrten benötigte der Güterzug von Islamabad nach Istanbul fast 13 Tage für die 6.500 km lange Strecke (Iran: 2.600 km, Türkei: 1.950 km, Pakistan: 1.990 km). Später wurde die Reise weiter auf 11,5 Tage verkürzt. Im Vergleich dazu dauerte der Transport von Waren aus europäischen Ländern nach Pakistan auf dem Seeweg fast 45 Tage. Der Zug hat eine maximale Kapazität von zwanzig 40-Fuß-Containern. Die Tarife über die Eisenbahn werden zu über 30 % niedriger im Vergleich zu den traditionellen Routen angegeben.

Neben den drei Ländern werden Afghanistan, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan von dem Projekt profitieren, das außerdem eine kurze, sichere und erschwingliche Route für den Warentransport zwischen Asien und Europa bringen soll. Von der Türkei aus kann der Korridor über den Marmaray-Eisenbahntunnel in Istanbul an die europäischen Eisenbahnnetze angeschlossen werden.

Afghanistan und der Iran haben am 10.12.2020 die erste Eisenbahnverbindung zwischen beiden Ländern eingeweiht. Die 225 km lange Strecke verbindet die ostiranische Stadt Khaf mit der westafghanischen Stadt Herat und stellt eine wichtige Transportverbindung für das vom jahrzehntelangen Krieg verwüstete Afghanistan dar. Die Einweihung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Vertreter der afghanischen Regierung und der aufständischen Taliban in Katar Friedensgespräche führen, um auf dem Verhandlungsweg ein Ende des langwierigen Konflikts in ihrem Land zu finden, der die Entwicklung der Infrastruktur in Afghanistan behindert hat. "Produkte finden ihren Weg zu den Märkten auch während des Krieges, aber das gesamte Geschäftsumfeld, die Transport- und Logistikkosten profitieren enorm vom Frieden", sagte Torek Farhadi, ein ehemaliger Berater der afghanischen Regierung.

Der Waffenstillstand zwischen Aserbaidschan und Armenien vom 10. November legte auch neue Ost-West- und Nord-Süd-Transportkorridore durch den Südkaukasus fest und verkomplizierte und intensivierte damit die "Eisenbahnkriege", die die Region seit der Jahrhundertwende zu verschiedenen Zeitpunkten erfasst haben. Insbesondere Aserbaidschan und die Türkei könnten dank der Zusage Moskaus, Baku die Möglichkeit zu garantieren, den armenischen Bezirk Zengezur zu durchqueren, eine direkte Eisenbahnverbindung durch Aserbaidschans Exklave Nachitschewan erhalten. Der Zustand der Eisenbahnlinien in weiten Teilen Aserbaidschans bedeutet aber, dass Baku enorme Summen ausgeben muss, um diese Eisenbahnen zu renovieren, damit sie genutzt werden können.

WKZ, Quelle Financial Tribune, Voice of America, The Jamestown Foundation

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