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Dienstag, 19 Januar 2021 11:00

Vereinigte Staaten: Biden will am ersten Tag seiner Präsidentschaft die Genehmigung für Keystone XL zurückziehen

Der designierte Präsident Joe Biden wird an seinem ersten Tag im Amt die grenzüberschreitende Genehmigung für die Keystone XL-Pipeline von TC Energy zurückziehen. Der Schritt wird als eine von Bidens "Day One"-Aktionen zum Klimawandel bezeichnet, wie aus einer Präsentation hervorgeht, die unter Washingtoner Handelsgruppen und Insidern zirkuliert.

Gegenüber der Zeitschrift Politico bestätigten zwei Informanten, dass Biden plant, die Genehmigung für das Projekt am Tag der Amtseinführung zu entziehen, eine Entwicklung, die zuerst von CBC News berichtet wurde. Es ist die jüngste Entwicklung in einem jahrzehntelangen Kampf um die umstrittene Pipeline und festigt ein Wahlversprechen, von dem die kanadische Regierung gehofft hatte, es sei verhandelbar.

Die 8-Milliarden-USD-Pipeline soll über 1.200 Meilen Rohöl aus Westkanada zu Raffinerien im Mittleren Westen zu liefern. Die Obama-Regierung verweigerte jedoch 2015 eine grenzüberschreitende Genehmigung für die Pipeline mit der Begründung, das Öl würde den Klimawandel verschärfen. Das Projekt wurde dann von der Trump-Regierung erlaubt. Auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau setzte sich weiterhin für die Pipeline ein.

Kanadas Botschafterin in Washington, Kirsten Hillman, wollte die Berichte nicht bestätigen. "Die Regierung von Kanada unterstützt weiterhin das Keystone XL-Projekt", sagte sie in einer Erklärung am Sonntagabend. "Keystone XL passt in Kanadas Klimaplan. Es wird auch zur Energiesicherheit und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der USA beitragen."

Die Aufhebung von Keystone XL würde eine der ersten Amtshandlungen von Präsident Donald Trump zunichte machen und ein Projekt beenden, das zu einem politischen Totem im Kampf zwischen Klimaaktivisten und der Ölindustrie geworden war. Obwohl viele Analysten sagen, dass der Boom des US-Schieferöls neue Quellen für kanadisches Rohöl weniger wichtig macht, hat TC Energy jahrelang gegen rechtliche Anfechtungen gekämpft, um die erforderlichen staatlichen Genehmigungen zu erhalten, die es erlauben würden, die Pipeline zu bauen.

TC Energy - früher TransCanada - gab am Sonntag bekannt, dass Keystone XL im gesamten Betrieb Netto-Null-Emissionen erreichen wird, sobald sie 2023 in Betrieb genommen wird. Umweltschützer wie Bold Nebraska zeigten sich dem gegenüber zufrieden mit der Einstellung der Pipeline.

Der Premierminister von Alberta, Jason Kenney, gab Sonntag Nacht bekannt, zusammen mit TC Energy alle rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen, um Albertas Interesse an der Pipeline zu schützen.

Ohne Keystone XL wird wahrscheinlich mehr Rohöl mit der Bahn sowohl zur kanadischen Atlantik- und Pazifikküste als auch in die USA transportiert. Abgesehen von der Gefahr von Entgleisungen ist der Transport von Öl auf der Schiene teurer als der Transport über eine Pipeline, was die Endkosten für die Verbraucher erhöhen könnte.

Mit dem Anstieg der Ölproduktion in der Bakken-Region in North Dakota und im Ölfeld von Alberta ist auch die Menge des per Bahn transportierten Öls gestiegen. Mit dem rasanten Wachstum des "Rohöls auf der Schiene" kam es zu einer Reihe von Entgleisungen, von denen einige mit Explosionen einhergingen und eine in Lac Megantic, Quebec, zu fast 50 Todesopfern führte.

WKZ, Quelle Politico, NBC, CBN

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