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Montag, 12 April 2021 07:00

Brasilien: Anteil der Eisenbahn am Güterverkehr soll auf 35% steigen

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Fotos Minfra, Bamin.

In der letzten Woche hat das brasilianische Ministerium für Infrastruktur (Minfra) unter Infrastrukturminister Tarcísio de Freitas insgesamt 28 Konzessionen für 5 Häfen, 22 Flughäfen und 1 Eisenbahn im Wert von 10 Mrd. R$ (1,4 Mrd. EUR, 1,76 Mrd. USD) versteigert. Die Eisenbahn soll über eine Reihe von neuen Konzessionen ihren Marktanteil im Güterverkehr von derzeit 20 auf 35% im Jahr 2035 erhöhen.

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So wurde am Donnerstag (08.04.2021) die Konzession für den Abschnitt 1 der West-Ost-Integrationsbahn (Ferrovia de Integração Oeste-Leste, FIOL) an die Minengesellschaft Bahia Mineração S/A (Bamin) vergeben und damit die notwendigen Investitionen für die Fertigstellung der seit mehr als 10 Jahren stillstehenden Arbeiten sichergestellt. Insgesamt werden hier 3,3 Mrd. R$ (547,7 Mio. USD, 484 Mio. EUR) investiert, wovon 1,6 Mrd. R$ für den Abschluss der Arbeiten verwendet werden, die zu 80 % abgeschlossen sind.

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Der Minister für Infrastruktur, Tarcísio Gomes de Freitas, sagte kurz nach der FIOL-Auktion, dass "die Samen, die gepflanzt werden, den Anteil der Eisenbahn, der heute weniger als 20% beträgt, bis 2035 auf etwa 35% in der Transportmatrix bringen werden. Wir werden beginnen, das Niveau des Schienenverkehrs einiger entwickelter Länder zu erreichen."

Die Versteigerung der Nord-Süd-Eisenbahn (Ferrocarril Norte-Sur) in der zentralen Region Brasiliens garantierte 2019 die ersten Investitionen in Höhe von 477 Mio. USD. Im Laufe des Jahres 2020 ermöglichte das Minfra vorzeitige Vertragsverlängerungen mit Rumo für das Paulista-Netz (Red Paulista) mit zusätzlichen 100,7 Mio. USD und mit Vale mit zusätzlichen 1.446,7 Mio. USD für die Carajás-Bahn (Ferrovía de Carajás, EFC) und 1.552,6 Millionen USD für die Vitória-Minas-Bahn (Ferrovía de Vitória Minas, EFVM).

Darüber hinaus ermöglichte der "Cross-Investment"-Mechanismus, dass ein Teil der EFVM-Subvention für Investitionen in Höhe von 477 Mio. USD für die Umsetzung der FICO, der Integrationsbahn des Mittleren Westens (Ferrocarril de integración del Medio Oeste, FICO) zwischen Mato Grosso und Goiás verwendet werden konnte.

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Die nächsten Schritte sind: die Weiterentwicklung der Abschnitte FIOL 2 und 3 und die Konstruktion von FICO. In FIOL 2, zwischen Caetité und Barreiras, in Bahia, arbeiten mehr als 1.000 Menschen mit Unterstützung der Armee an der 485 km langen Baustelle, für die Vale die Schienen als Teil der Zuschusszahlung an die Bundesregierung liefern wird. "Das Projekt schreitet zügig voran, mit vielen Erdbewegungen, Kiesproduktion, Produktion von Schwellen, und von nun an wird es mehr Gestalt annehmen", erklärte der Minister.

Bezüglich des Baus der 505 km langen FIOL 3 zwischen Barreiras (Bahia) und Figueirópolis (Tocantins) - wo sie an die Nord-Süd-Eisenbahn angeschlossen wird, sagte Tarcísio Gomes de Freitas, dass die zu tätigenden Investitionen aus der Erneuerung des Vertrages von Ferrovia Centro Atlântica S.A. stammen sollen, die derzeit geprüft wird. Was die FICO betrifft, die zwischen Água Boa (Mato Grosso) und Mara Rosa (Goias) - wo auch die Nord-Süd-Eisenbahnstrecke verlaufen wird - installiert wird, so wird erwartet, dass die Arbeiten an den ersten 40 km im Mai beginnen.

"Damit sind wir bereits ermutigt, den nächsten Schritt zu tun: die Modellierung für diese FICO-FIOL-Konzession. Wir haben bereits einige wirtschaftliche Machbarkeitstests durchgeführt, mit Unterstützung der Weltbank, wir haben einige Szenarien simuliert und das Ergebnis war sehr aufschlussreich. Es zeigt, dass wir in die richtige Richtung gehen, dass wir eine sehr interessante Auktion haben können, die das FICO-Segment mit den beiden FIOL-Abschnitten verbindet", sagte der Minister und eröffnete die Möglichkeit, dass die Auktion zwischen Ende 2022 und Anfang 2023 stattfinden wird.

Ein weiteres vorrangiges Eisenbahnprojekt des Ministeriums für Infrastruktur ist die Ferrogrão-Konzession mit einer Länge von mehr als 900 km zwischen der Stadt Sinop in Mato Grosso und dem Hafen von Miritituba in Pará, die den Fluss der landwirtschaftlichen Produktion aus dem Mittleren Westen durch den Osten ermöglicht.

Am 09.04.2021 wurden außerdem fünf Hafenterminals an private Unternehmen vergeben. Dabei handelt es sich um vier Flüssiggas-Terminals im Hafen von Itaqui, in Maranhão, wichtig für die Logistik der Treibstoffverteilung im Nordosten; und eines für Holz im Hafen von Pelotas, in Rio Grande do Sul.

Zuvor wurden am 07.04.2021 gleich 22 Flughäfen, aufgeteilt in drei Blöcke, mit einem Gesamterlös von 583 Mio. USD versteigert, wobei eine garantierte Investition von 1.076,2 Mio. USD erwartet wird.

WKZ, Quelle Minfra, Mundo Maritimo

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