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Dienstag, 04 Mai 2021 12:20

Mexiko: Einsturz eines Abschnitts der Metrolinie 12 kostet 23 Menschen das Leben [Update]

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Fotos SUUMA Voluntarios.

Ein Brückenabschnitt der Metro-Linie 12 in Mexiko-Stadt (Ciudad de México) ist am 03.05.2021 um 22:25 Uhr Ortszeit zwischen den Stationen Olivos und Tezonco zusammen mit einem darauf befindlichen Zug eingestürzt. Nach vorläufigen Angaben der Regierung von Mexiko-Stadt gab es 23 Tote, darunter Minderjährige, und 65 Verletzte.

"Unsere Hauptaufgabe ist es, sich um die Menschen zu kümmern, die in Krankenhäusern sind, ist es, sich um die Familien der Opfer zu kümmern, die leider bei diesem Vorfall gestorben sind. Die Generalstaatsanwaltschaft beginnt ihre Untersuchungen, um zu wissen, was bei diesem Vorfall auf der Linie 12 der Metro von Mexiko-Stadt passiert ist", sagte Claudia Sheinbaum, die Regierungschefin von Mexiko-Stadt.

Die Verletzten wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht, wie das Belisario Domínguez im Bürgermeisteramt von Tláhuac oder das Xoco-Krankenhaus in Benito Juárez. Mindestens sieben der Verletzten befanden sich Berichten zufolge in einem ernsten Zustand.

Rettungskräfte, Polizei und sogar das Militär trafen am Tatort ein. Bei den Arbeiten kam ein Kran zum Einsatz, der es dem Personal ermöglichte, sich um die eingeklemmten Personen zu kümmern und die Leichen der bei dem Vorfall Verstorbenen zu bergen.

"Es muss eine formale Expertise der Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt geben und natürlich eine umfassende Überprüfung aller Regierungsinstitutionen und, falls eine externe Expertise notwendig ist, wird diese auch durchgeführt werden, um zu wissen, was bei diesem Vorfall passiert ist", sagte Sheinbaum.

Die Metro-Linie 12

Die Metrolinie 12 wurde während der Regierung von Marcelo Ebrard (2006 - 2012), dem derzeitigen Außenminister, gebaut. Seit ihrer Planung bis zu ihrem Einsturz in der Nacht zum Montag wurde die auch "Goldene Linie" (Línea dorada) genannte Strecke für ihre Planungs- und Konstruktionsfehler gerügt, und zeitweise wurde sogar der Betrieb in mehreren Stationen wegen struktureller Mängel eingestellt.

Nach dem Erdbeben im September 2017, das Mexiko-Stadt erschütterte, wurde die Säule 69, die einen der Abschnitte der Linie 12 stützte, an der Basis beschädigt und der öffentliche Betreiber Sistema de Transporte Colectivo (SCT) ordnete seine Reparatur an, für die er drei Monate Arbeit und 15 Mio. Pesos (620.000 EUR) investierte, wie die Behörden im Januar 2018 mitteilten. Allerdings hatten Einwohner vor sechs Monaten den schlechten Zustand und einen "unebenen Verlauf" der Strecke angeprangert, wonach der Verfall und das fortschreitende Einknicken der Struktur sichtbar wurden.

Laut dem technischen Bericht, der damals veröffentlicht wurde, umfasste die Reparatur "das Abstützen von Trägern, die Injektion von hochfesten Harzen, das Einbringen von zusätzlicher Verstärkung mit Kohlefaser", heißt es in dem Text, der von der Verwaltung bei der Reparatur der Säule veröffentlicht wurde. In der Stellungnahme wird ausdrücklich der Umbau von "zwei im September 2017 beschädigten Strukturelementen (Trabes)" erwähnt. Der damalige Leiter des STC Metro, Jorge Gaviño, fügte hinzu, dass "zusätzlich" alle Säulen mit Röntgenstrahlen, mit Ultraschall überprüft wurden, um den Zustand aller Strukturen zu überprüfen.

Durchgeführt wurden die Arbeiten von den Unternehmen Carso, Construcción de Obras para el Transporte, Colinas de Buen, TOSO und Systra.

WKZ, Quelle El Financiero, El Pais, El Sol de Mexico

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Letzte Änderung am Dienstag, 04 Mai 2021 12:21