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Montag, 07 Juni 2021 07:00

China: Fertigstellung einer 435 km lange Eisenbahnlinie in Tibet zum 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei

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Bahnhöfe Lhasa undYa'an. Fotos Elume, MNXANL/CC BY-SA 4.0.

China wird sein siebenjähriges Projekt zum Bau einer Hochgebirgsbahn in die Autonome Region Tibet vor dem 1. Juli abschließen. Die 435 km lange Eisenbahnlinie zwischen Lhasa and Nyingchi, die in diesem Monat in Tibet eröffnet werden soll, gehört zu den üppigsten Geburtstagsgeschenken für den 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei, der offiziell am 1. Juli gefeiert wird. Die Strecke führt entlang des Flusses Yarlung Zangbo, wie der Brahmaputra in Tibet genannt wird.

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WKZ-Grafik.

Die 37 Mrd. Yuan (4,7 Mrd. EUR) teure Strecke erstreckt sich von der Hauptstadt der Region, Lhasa, ostwärts bis zur Stadt Nyingchi, was tibetisch für "Thron der Sonne" steht. Es ist die erste elektrifizierte Eisenbahnstrecke der Region; ihre Züge werden die schnellsten in Tibet sein. Die Strecke ermöglicht einen besseren Zugang zu abgelegenen Gebieten entlang der umstrittenen Grenze zum indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh und dient in erster Linie zur Festigung der chinesischen Machtstrukturen.

Doch die neue Strecke ist nur ein Teil dessen, was China das "Jahrhundertprojekt" nennt. Dabei geht es um den Bau von Tibets zweiter Eisenbahnverbindung mit Chinas Landesinnerem, deren Gesamtkosten laut staatlichen Medien etwa zehnmal so hoch sein könnten wie die der Strecke Lhasa - Nyingchi, wobei noch größere technische Herausforderungen zu bewältigen sind.

Der Bau des Abschnitts, der nun eröffnet werden soll, war kein Kinderspiel und barg große Risiken. Fast die Hälfte der Strecke besteht aus Tunneln. Die Arbeiter mussten Erdrutschen, giftigen Gasen aus zerbrochenem Gestein, starker Kälte und einer sauerstoffarmen Atmosphäre auf mehr als 5.000 Metern über dem Meeresspiegel trotzen - ungefähr der Höhe der Basislager des Mount Everest.

Nach der 2006 eröffneten Qinghai-Tibet-Eisenbahn ist dies die zweite große Eisenbahnverbindung nach Tibet. Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2030 wird die Eisenbahn Lhasa mit Chengdu, der Hauptstadt der benachbarten Provinz Sichuan, verbinden. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h wird die Reise nur 12 Stunden dauern, ein Drittel der Zeit, die heute auf der Straße benötigt wird. Das erste Segment von Chengdu nach Ya'an innerhalb der Provinz Sichuan wurde im Dezember 2018 fertiggestellt. Die Arbeiten an dem 1.011 km langen Abschnitt von Ya'an nach Nyingchi werden im Jahr 2030 abgeschlossen sein.

Indische Regierungsbeamte sagten, dass das Grenzgebiet im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh seit 1959 unter der effektiven Kontrolle Chinas steht und dass es dort früher Militärkasernen gab. Der Aufbau neuer ziviler Siedlungen, zusammen mit der neuen Infrastrukturanbindung, werden als Ziel gesehen, Chinas Kontrolle über die Gebiete zu verstärken.

WKZ, Quelle Economist, The Hindu, Wikipedia

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