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Freitag, 15 Dezember 2017 15:54

Türkei: TCDD startet Ausschreibung zur Lieferung von 96 Hochgeschwindigkeitszügen

Die staatliche türkische TCDD hat die Schienenfahrzeughersteller aufgefordert, sich bis zum 25. Januar 2018 zur Teilnahme an einer neuen Ausschreibung über die Lieferung von 96 Hochgeschwindigkeitszügen mit ansteigendem Technologietransfer in die Türkei zu bewerben.

Die Ausschreibungsbedingungen fordern einen 10%igen lokalen Anteil bei den ersten 20 Zügen. Bei den folgenden 60 Zügen soll der lokale Anteil auf 53% ansteigen und die Produktion auf Tülomsaş in Eskişehir übergehen. Für die letzten 16 Züge wird dann ein lokaler türkischer Anteil von 74% erwartet.

Dabei geht die TCDD davon aus, dass mit der geforderten Produktionsverlagerung in die Türkei erhebliche Kosteneinsparungen gegenüber dem vollständigen Import solcher Züge aus dem Ausland erreicht werden können. Außerdem räumt der Liefervertrag der Türkei das Reicht ein, die in der Türkei produzierten Züge zukünftig auch zu exportieren.

Der türkische Minister für Verkehr, Seetransport und Telekommunikation, Ahmet Arslan, bestätigte, dass sein Land alle Schritte unternehmen würde, um Schritt für Schritt einen lokalen Anteil von 96% bei der Herstellung der Züge zu erreichen. Dabei müssen die Fahrzeuge alle Anforderungen der Europäischen Spezifikationen für Interoperabilität (TSI) erfüllen. Neben einer dynamischen Bremse, IGBT/IGCT-Steuerung und Drehstrom-Fahrmotoren sind die Züge mit moderner ETCS-Sicherungstechnik ausgerüstet. Jeder Triebzug soll über 470 Sitzplätze verfügen und ein Zugrestaurant mit 16 Sitzen sowie eine Snack-Bar mit 8 Plätzen bieten.

Hintergrund der Ausschreibung ist die stetige Erweiterung des türkischen Schienennetzes für Hochgeschwindigkeitszüge. In diesem Rahmen werden neue Schnellfahrstrecken von Ankara ostwärts nach Sivas und in südwestlicher Richtung von Polatli über Afyon und Uşak nach Izmir gebaut.

Das Ankara-Sivas-Projekt soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein und die Entfernung zwischen den beiden Städten auf der Schiene von 603 auf 405 km sowie die Reisezeit von 12 Stunden auf 2 Stunden verkürzen. Die Strecke von Polatili nach Izmir wird 508 km lang sein und 43 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 35 km sowie 56 Brücken und Viadukte mit insgesamt 22 km Länge aufweisen. Nach Aussage des türkischen Verkehrsministers soll diese Strekce bis Ende 2019 in Betrieb gehen. Damit lässt sich die Reisezeit zwischen Ankara und Uşak auf 2 Stunden verkürzen, Izmir kann in weiteren 90 Minuten Fahrzeit ab Uşak erreicht werden.

RL, Quelle IRJ

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