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Donnerstag, 01 Juli 2021 14:00

Südafrika: Die Umgeni Steam Railway

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In diesen Zeiten ist das interkontinentale Reisen eine große Herausforderung, aber es ist nicht unmöglich. Ein kurzer Besuch in Südafrika Ende Juni war sehr lohnend. Die Umgeni Steam Railway (USR) führt den Museumsbetrieb auf dem Abschnitt Kloof (westlich von Durban) - Inchanga der ursprünglichen Natal Government Railway Hauptstrecke zwischen Durban und Pietermaritzburg durch.

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Diese Strecke wurde im Dezember 1880 offiziell eröffnet und beinhaltet einige der steilsten Bahnsteigungen Südafrikas (1:30 bis 1:50), die Spurweite beträgt 1.067 mm (3 Fuß 6 Zoll). Die Umgeni Steam Railway wurde 1982 gegründet, um die schnell verschwindende lokale Eisenbahnkultur zu erhalten. Sie wird ausschließlich von Freiwilligen betrieben und ist finanziell unabhängig.

Mehr Informationen:

• http://www.umgenisteamrailway.com/
• https://sites.google.com/site/soulorailway/home/system-6-1/part-4-the-old-main-line-from-rossburgh-to-cato-ridge

Obwohl alle Züge wegen der Pandemie bis auf Weiteres gestrichen waren, durften sie am letzten Juniwochenende plötzlich fahren. Diese Entscheidung war eine große Überraschung, zumal niemand verstand, aufgrund welcher Kriterien die Erlaubnis erteilt wurde.

Als Lokomotive kam die 19D Nr. 2685 zum Einsatz, die 1938 von Borsig mit der Fabriknummer 14736 gebaut wurde. Der Zug sah absolut authentisch aus und auch das Wetter spielte mit. Es ist Winter in Südafrika, mit in der Gegend um Durban nächtlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt und tagsüber ansteigend auf bis zu 20 Grad.

Die 2’D1'-Dampflokomotiven der Baureihe 19D waren die letzte Entwicklung der Reihe 19. Zwischen 1937 und 1955 wurden 268 Stück in sieben Losen von verschiedenen Lokomotivherstellern gebaut, was sie zur meistgebauten Dampflokomotivklasse aller Zeiten im südlichen Afrika macht. 235 von ihnen gingen zwischen 1937 und 1949 an die South African Railways. Sie waren vielseitig einsetzbar und dienten auf Haupt- und Nebenstrecken in ganz Südafrika.

Die ersten 40 wurden 1937 in Deutschland gebaut, wovon 20 (Betriebsnummern 2506 bis 2525) mit domlosen Kesseln von der Friedrich Krupp AG in Essen und 20 (Betriebsnummern 2526 - 2545) von den Borsig Lokomotiv Werken in Hennigsdorf bei Berlin stammen. Weitere 95 wurden 1938/39 von Škoda in der Tschechoslowakei (# 2626 - 2640), von Krupp (# 2641 - 2680, diesmal mit Dampfdomen) und von Borsig (# 2681 - 2720) hergestellt.

Die ersten 50 Nachkriegslokomotiven der Baureihe 19D (# 2721 - 2770) wurden 1947 von Robert Stephenson and Hawthorns (RSH) in Darlington, England, geliefert. Von diesem Auftrag ging die 2734 vor der englischen Ostküste im Meer verloren. Ihre Ersatzlok mit der gleichen Nummer wurde von der Versicherung bezahlt.

Die letzte Serie von 50 Exemplaren (Nr. 3321 - 3370) für die SAR im Jahr 1949 kam von der North British Locomotive Company (NBL) aus Glasgow, Schottland. Diese Loks waren mit Vanderbilt- oder Torpedo-Tendern des Typs MX ausgestattet.

1951 wurden sechs baugleiche Lokomotiven von NBL für den Caminho de Ferro de Benguela (CFB) in Angola angefertigt.

Zwischen 1951 und 1953 lieferte Henschel & Sohn 23 weitere Maschinen an die Rhodesia Railways (RR) und an die Nkana-Kupfermine in Nordrhodesien. (Die # 336 der RR wurde 1954 als Kondenslok geliefert, nach einem Unfall aber als konventionelle Lok wieder aufgebaut.)

Weitere vier lieferte NBL 1955 als Nassdampfloks an das Wankie Kohlebergwerk in Südrhodesien.

Ab 1972 wurde der neue, von Union Carriage & Wagon gebaute, “Blue Train” in Pretoria stationiert. Nachdem die blaue S2 # 3793 in Capital Park 1979-1980 ausgemustert worden war, übernahm die blau lackierte 19D # 2749 den Rangierdienst im Bahnhof von Pretoria. Sie war die einzige Lok dieser Reihe, die nicht in der üblichen schwarzen SAR-Lackierung fuhr. Neben dem Rangierdienst wurde die Lok oft für den Cullinan-Zug während der Jacaranda-Saison (ein tropischer Baum mit lila Blüten) im Oktober/November angefordert.

Fotos

• Kurz hinter der Ausfahrt Kloof
• Botha’s Hill
• Botha’s Hill
• Einfahrsignal Inchanga

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