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Mittwoch, 20 Dezember 2017 08:17

Vereinigte Staaten: Sicherheitsbehörde prüft Ablenkung durch Smartphone oder zweite Person auf dem Führerstand

Die Untersuchung der tödlichen Amtrak-Entgleisung in der Nähe von Tacoma, Washington, konzentriert sich nun auf die Möglichkeit, dass der Triebfahrzeugführer durch ein Mobiltelefon, eine andere Person in seinem Führerstand oder etwas anderes abgelenkt wurde, als der Zug in einer Kurve mit überhöhter Geschwindigkeit entgleiste.

Die Besatzung aktivierte vor der Entgleisung am Montagmorgen nicht die Notbremse, sagte Bella Dinh-Zarr, Beamtin des National Transportation Safety Board, die die Untersuchung beaufsichtigte. Das könne darauf hindeuten, dass der Triebfahrzeugführer die Gefahr nicht wahrnahm.

Auf einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag (Ortszeit) sagte sie, dass die schwer beschädigten Kameras im Führerhaus des Lokführers - eine nach vorne und die andere zum Triebfahrzeugführer gerichtet - an das Labor des Safety Boards in Washington D.C. geschickt worden seien. Dort werden die Ermittler versuchen, Bilder zu extrahieren, die zeigen, was in den Momenten passierte, bevor der Zug entgleiste und Teile auf eine belebte Autobahn stürzten. Drei Menschen kamen um das Leben.

Frau Dinh-Zarr betonte, dass die Besatzungsmitglieder - alle im Krankenhaus - noch nicht befragt und die meisten Beweise noch nicht analysiert worden seien. Ein Datenrekorder im Zug zeigte an, dass dieser mit 80 mph in eine Kurve raste, die auf 30 mph begrenzt ist. Überhöhte Geschwindigkeit scheint die unmittelbare Ursache des Unfalls zu sein, aber der Grund für diese Geschwindigkeit ist noch unbekannt. "Ablenkung ist eine unserer hauptsächlichen Unfallursachen." sagte sie.

Es gab eine zweite Person in der Kabine zum Zeitpunkt des Unfalls, "einen Schaffner, der Erfahrung sammeln und sich mit dem Territorium vertraut machen sollte", sagte Frau Dinh-Zarr. Obwohl dies gängige Praxis ist, sagen Eisenbahnsicherheitsexperten, dass es auch eine Ablenkung für den Triebfahrzeugführer sein kann, eine Möglichkeit, die untersucht werde.

Die Tatsache, dass sich der Zug auf seiner ersten Fahrt befand - und dass die Gleise erst vor kurzem renoviert worden waren - könnte zur Entgleisung beigetragen haben, sagte Allan Zarembski, Professor für Eisenbahnsicherheit und -technik an der Universität von Delaware, gegenüber USA Today. Bei dem Unfall in dieser Woche "war der Fahrer möglicherweise nicht zu 100 Prozent mit dieser Route vertraut oder hat falsch eingeschätzt, wo er sich befand und hat nicht angefangen, vor der Kurve zu verlangsamen", sagte Dr. Zarembski.

Von Seiten der Eisenbahnsicherheitsbehörde hieß es, dass es zwar keinen nationalen Standard dafür gebe, wie viele Testläufe eine Eisenbahn vor der Eröffnung einer Strecke durchführen müsse, es aber üblich sei, diese Züge unter verschiedenen Wetterbedingungen und anderen Umständen zu fahren.

WKZ, Quelle USA Today

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