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Donnerstag, 21 Dezember 2017 14:42

Vereinigte Staaten: Handelsministerium belegt Bombardier-Flugzeuge mit 300 % Strafzöllen

Das US-Handelsministerium hat gestern Steuern von insgesamt fast 300% auf Flugzeuge der C-Serie des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier in den Vereinigten Staaten bestätigt. Das Ministerium schätzt, dass diese Mittelstreckenflugzeuge mit 100 bis 150 Sitzplätzen von der kanadischen Regierung subventioniert und unter dem Herstellungspreis verkauft werden. Infolgedessen hat das Ministerium einen Ausgleichszoll von 212,39 % gegenüber 220 % der Vorentscheidung vom 26. September und einen Antidumpingzoll von 79,82 % (unverändert gegenüber der vorläufigen Entscheidung vom 6. Oktober) festgesetzt.

Die Trump-Administration, die entschlossen ist, US-Unternehmen und Arbeitsplätze zu verteidigen, eröffnete im Frühjahr eine Untersuchung auf Antrag von Boeing, das den kanadischen Konkurrenten beschuldigte, sein brandneues Mittelstreckenflugzeug mit Verlust zu verkaufen. Gemäß der Beschwerde des US-Herstellers verkaufte Bombardier jede CS100 für 19,6 Mio. USD bei Herstellungskosten von 33,2 Mio. USD.

Kanada zeigt sich "zutiefst besorgt über die protektionistische Natur der Behauptungen von Boeing, die darauf abzielen, seine Dominanz auf dem US-Markt zu stärken, indem sie Bombardiers C-Series-Flugzeuge am Import hindert", sagte Chrystia Freeland, Minister für kanadische Außenbeziehungen. Kanada wird "die Möglichkeiten der Berufung prüfen". Ihr zufolge ist die kanadische Regierung "entschlossen, kanadische Unternehmen und kanadische Arbeiter gegen den Protektionismus" der US-Regierung zu verteidigen.

In einer ähnlichen Reaktion schätzte Bombardier, dass das US-Handelsministerium "langjährige Geschäftspraktiken in der Luftfahrtindustrie ignoriert, darunter Einführungspreise und die Finanzierung von Flugzeugprogrammen im Wert von mehreren Milliarden Dollar". Die US-Regierung hat "nicht die Gelegenheit ergriffen, ihre Fehler der Vergangenheit zu korrigieren", sagte Mike Nadolski, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit des kanadischen Herstellers.

Trotz der endgültigen Entscheidung des Handelsministeriums wird das letzte Wort bei der U.S. International Trade Commission (USITC) liegen, die im Februar über diese Angelegenheit entscheiden soll.

WKZ, Quelle Figaro

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