english

Donnerstag, 04 Januar 2018 08:09

Kanada: Plädoyer des Staatsanwaltes im Prozess um die Entgleisung von Lac-Mégantic

Gestern (03.01.18) hielt der Staatsanwalt seine Plädoyers im Prozess gegen drei ehemalige Mitarbeiter der Montreal Maine and Atlantic Railway (MMA), die den Unglückszug von Lac-Mégantic betrieb. Der Lokführer spielte laut der vor Gericht vorgetragenen Anklage eine bedeutende Rolle beim Tod der 47 Menschen, weil er nach dem Abstellen des ölbeladenen Konvois die Bremsen nicht ausreichend betätigt habe.

Er bremste den Zug nur mit 7 statt der 14 vorhandenen Handbremsen und überprüfte nicht, ob diese richtig arbeiteten, bevor er zur Übernachtung ging, sagte der Staatsanwalt in seinen abschließenden Argumenten. In den frühen Morgenstunden des 6. Juli 2013 entgleiste in Lac-Mégantic ein entlaufener Zug mit Rohöl aus den Vereinigten Staaten und explodierte dabei, wobei es 47 Tote und Zerstörungen in einem Teil des Stadtkerns gab.

Regeln, die befolgt werden hätten müssen, seien in den Dokumenten klar umrissen worden, sagte der Staatsanwalt. Diese Texte seien eindeutig und nicht kompliziert.

Er beschuldigte auch den Verkehrscontroller sowie den Leiter des Bahnbetriebs, und sagte, dass ihre Verantwortung darin bestanden hätte, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um Verletzungen und den Verlust von Menschenleben zu vermeiden. Nachdem die Feuerwehrleute kurz vor der Tragödie einen Brand in der Hauptlokomotive gelöscht hatten, hätte die Montreal Maine and Atlantic Railway den Atandplatz des Zuges sichern müssen.

Die Rechtsanwälte der wegen krimineller Fahrlässigkeit Angeklagten werden am Donnerstag und Freitag ihre Plädoyers halten und das Gericht am Montag den Geschworenen die Anweisungen zur Beratung geben. Gegen die in Bankrott gegangene MMA wird ein getrennter Prozess stattfinden.

WKZ, Quelle News Montreal

Zurück

Letzte Änderung am Donnerstag, 04 Januar 2018 08:13