english

Montag, 15 Januar 2018 07:10

Aserbaidschan/Iran: Grenzüberschreitende Verbindung Astara - Astara aufgenommen / Finanzierung zur Weiterführung gesichert

Die Eisenbahnstrecke, die Irans nordwestliche Stadt Astara mit der gleichnamigen aserbaidschanischen Stadt verbindet, ist fertiggestellt und wird diese Woche in Betrieb gehen, kündigte der iranische Minister für Straßen und Stadtentwicklung Abbas Akhoundi am Samstag (13.01.18) an. Die Finanzierungsvereinbarung für den folgenden Abschnitt Astara - Rasht wurde im Dezember 2017 unterschrieben. Die 164 km lange Weiterführung Rasht - Qazvin mit einem geschätzten Wert von über 650 Mio. USD soll schon innerhalb der nächsten drei bis vier Monate fertiggestellt sein, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr.

astiran

Astara - Astara

Die Astara-Astara-Eisenbahn, die Teil eines größeren Projekts zur Verbindung des Iran mit dem Eisenbahnnetz Aserbaidschans ist, verläuft in Aserbaidschan im dortigen Astara 8 km bis zur Grenze, von wo aus es noch 2 km bis zur iranischen Hafenstadt Astara sind. Das Projekt umfasst eine Brücke über den Fluss Astarachay, der die Grenze bildet. Azerbaidschan kann den auf iranischer Seite gebauten Terminal für mindestens 15 Jahre benutzen.

Ein fertiges Teilstück der Strecke wurde im März 2017 getestet, nachdem ein Zug von Aserbaidschans Astara aus zu einer Jungfernfahrt aufgebrochen war. Der Zug aus Aserbaidschan fuhr 8 Kilometer bis zur Grenze, von wo aus er in den iranischen Streckenabschnitt einfuhr. Ab dieser Woche geht die Strecke in Betrieb.

Astara - Rasht

Der Leiter der Aserbaidschanischen Eisenbahn AG, Javid Gurbanov, sagte, dass der Bau der Eisenbahn Astara - Rasht in der ersten Hälfte des Jahres 2018 beginnen werde. Aserbaidschan hat dafür einen Kredit von 500 Mio. USD bereit gestellt. Die Eröffnung des 164 km langen Abschnitts ist für 2020 geplant.

Rasht - Quazvin

Im Februar 2016 begann Iran mit dem Bau der Strecke Rasht - Qazrin. Diese führt durch Wälder und Berge, umfasst 25 km Tunnel und 8,7 km Brücken, darunter Irans größte Eisenbahnbrücke mit einer Länge von 1,43 km über den Fluss Sefidroud im Gebiet der Stadt Manjil. Die Strecke soll schon in drei Monaten eröffnet werden, berichtet die iranische Financial Tribune.

Die Fertigstellung Astara - Quazvin würde auch wieder eine Bahnverbindung von Aserbaidschan in die zu Aserbaidschan gehörende Autonome Republik Nachitschewan ermöglichen, die jetzt wieder über einen Schnellzug Naxçıvan - Məşhəd an den Iran angebunden ist.

Internationaler Nord-Süd-Korridor INSTC

Die ganze Strecke Astara - Qazvin ist ein fehlendes Glied im Internationalen Nord-Süd-Korridor INSTC, der die baltischen Häfen und Russland mit einer Eisenbahnverbindung über den Iran sowohl zum Persischen Golf als auch zum indischen Eisenbahnnetz verbinden wird. Die Strecke kann dann innerhalb der Neuen Seidenstraße auch als Verbindungslinie zwischen China und der neu eröffneten Verbindung Baku - Kars dienen und vermeidet die Benutzung der Fähre über das Kaspische Meer.

Der Güterverkehr entlang der Strecke wird derzeit multimodal abgewickelt. Die Güter werden aus dem Iran per LKW nach Astara in Aserbaidschan geliefert, von dort geht es per Bahn nach Russland und Georgien weiter. Bereits im Januar 2018 werden die Mitgliedsländer des Nord-Süd-Projekts mit den Betreibern und Spediteuren Indiens über den Güterverkehr nach Europa diskutieren. Ebenfalls im Januar wird Indien erwartungsgemäß mit dem Export von Containerladungen über Iran und Aserbaidschan nach Russland beginnen.

Anfang Dezember genehmigte der Verwaltungsrat der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) die Gewährung eines Darlehens für die Umsetzung des Nord-Süd-Verkehrskorridors sowie für die Entwicklung des Eisenbahnsektors in Aserbaidschan. ADB selbst wird 400 Mio. USD bereit stellen, die französische Entwicklungsagentur (FDA) weitere 175 Mio. USD an Kofinanzierung. Die Mittel der ADB werden in zwei Tranchen von 250 Mio. USD bzw. 150 Mio. USD zugeteilt, während die Mittel der FDA in Tranchen von 75 Mio. USD bzw. 100 Mio. USD ähnlich verteilt werden. Außerdem sieht das Projekt technische Hilfe im Wert von 1 Mio. USD vor.

Der Güterverkehr entlang des internationalen Nord-Süd-Verkehrskorridors überstieg im Dreivierteljahr 2017 4,7 Mio. t und lag damit um 21,6 Prozent über dem Indikator für den gleichen Zeitraum 2016.

WKZ, Quelle Azernews, Financial Tribune, Entwicklungsministerium Iran

Zurück

Letzte Änderung am Sonntag, 14 Januar 2018 13:18