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Dienstag, 04 Januar 2022 11:00

Iran/Pakistan/Türkei: Wiederaufnahme des Güterzuges ECO ITI Islamabad - Teheran - Istanbul

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Fotos ECO.

Nach einer 10-jährigen Unterbrechung wird jetzt der Güterzugverkehr zwischen der pakistanischen Hauptstadt Islamabad und der türkischen Metropole Istanbul wieder aufgenommen. Am 21. und 29.12.2021 wurden in Islamabad die zwei ersten Güterzüge ITI Islamabad - Teheran - Istanbul unter Koordination der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit ECO (Economic Cooperation Organization) auf die Reise geschickt.

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Die ECO ist eine zwischenstaatliche politische und wirtschaftliche Organisation in Asien, die 1985 von den Staats- und Regierungschefs des Iran, Pakistans und der Türkei gegründet wurde. Derzeit sind 10 Länder Mitglied: Afghanistan, Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Kirgisistan, Pakistan, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan.

Der Direktor für Verkehr und Kommunikation der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit ECO (Economic Cooperation Organization), Akbar Khodaei, der auch das Projekt koordiniert, sagte, dass das Potenzial des ITI-Zugs, einer einzigen Eisenbahnverbindung zwischen Pakistan, Iran und der Türkei, noch nicht ausgeschöpft sei. Er wies darauf hin, dass dieser Zug Pakistan die Möglichkeit bieten würde, wichtige Exportaktivitäten zu starten und Verbindungen zu internationalen Märkten herzustellen.

Während sich der Iran zu einem wichtigen Umschlag- und Transitplatz für den internationalen Handel entwickeln könnte, würde dieser Frachtdienst der Türkei die Möglichkeit bieten, ihre natürliche Rolle als Brücke zwischen Asien und Europa weiter auszubauen, meinte er und fügte hinzu, dass der ECO-ITI in der Lage sei, eine neue Transitstrecke von China nach Europa zu eröffnen und eine nachhaltige Einkommensquelle für die Länder auf der Strecke zu schaffen. Er erwähnte auch, dass gemäß der umfassenden Studie des ECO-Sekretariats zu diesem strategischen Korridor der multimodale Transport die Ladekapazität des Zuges auf dem Korridor weiter maximieren könnte, indem Fracht aus verschiedenen Quellen mobilisiert wird, die noch nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen sind.

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Die Idee des grenzüberschreitenden Güterzuges wurde erstmals 2007 geäußert und auf der siebten Verkehrsministertagung der ECO (Economic Cooperation Organization) im Jahr 2008 auf die Tagesordnung gesetzt, um den Transitverkehr in der Region und darüber hinaus durch eine Bahnverbindung zwischen Pakistan und dem Iran und von dort über die Türkei nach Europa auszuweiten. Es wurden Testfahrten durchgeführt, aber es gab keinen durchgängigen Dienst. 475 Container mit über 5.000 Tonnen humanitärer Hilfe der Vereinten Nationen wurden jedoch in 16 Zügen von der Türkei nach Pakistan geschickt, um den von der Flutkatastrophe 2010 betroffenen Menschen zu helfen, sagte der Generaldirektor des südöstlichen Bezirks der iranischen Eisenbahn Hossein Masoumi.

Der ersteneue Zug Islamabad-Teheran-Istanbul (ITI) verließ Islamabad am 21.12.2021 und transportierte neben anderen Gütern auch rosa Salz und Datteln für die Türkei. Am 29.12.2021 folgte der zweite Güterzug mit dem Ziel Istanbul über das iranische Eisenbahnnetz. 24 pakistanische gedeckte Güterwagen transportieren 525 Tonnen Talkpulver vom Trockenhafen Azakhel.

Es gab eine Diskussion darüber, wie man die Sanktionen gegen den Iran umgehen kann. Und da kamen verplombte Container ins Spiel, weil man Fracht im Iran weder be- noch entladen dürfe. Diese sollen aber erst später eingesetzt werden, vorerst kommen normale Güterwagen zum Einsatz. Die Wagen werden nicht umgespurt, sondern umgeladen - so die Aussage im Eisenbahnministerium Islamabad.

Die Fracht ist über den Grenzort Mirjaveh in den Iran gelangt, während die Umladung und die formellen Zollverfahren im Bahnhof Zahedan durchgeführt wurden. Sie erreicht das türkische Hoheitsgebiet über den iranischen Grenzort Razi. Die Fracht wird gemäß den Einheitlichen Rechtsvorschriften CIM (Contrat de transport international ferroviaire des marchandises) befördert.

Die Bahnstrecke Islamabad-Teheran-Istanbul hat eine Länge von etwa 6500 km, von denen 1990 km auf pakistanischem, 2603 km auf iranischem und 1950 km auf türkischem Gebiet liegen. Im Vergleich zu den Seewegen ist der ECO-Zug der effektivste Verkehrsträger für den Gütertransport entlang der Strecke, da die Reisezeit auf weniger als die Hälfte (11,5 bis 14 Tage) geschätzt wird. Die Strecke ist von den Vereinten Nationen als internationaler Korridor anerkannt worden.

"Der Güterzug muss schwierige Bergregionen in Belutschistan durchqueren, um die pakistanisch-iranische Grenze zu erreichen. In diesen Gebieten sind auch separatistische Elemente aktiv, so dass auch Sicherheitsfragen von entscheidender Bedeutung sein werden", sagte Irfan Shahzad Takalvi, ein in Islamabad ansässiger, politikorientierter Forschungsanalyst und Gründungspräsident des Eurasian Century Institute, gegenüber The Media Line.

Langfristig würden Synergien mit Chinas Belt and Road Initiative über den CPEC (China-Pakistan Economic Corridor) die wiederbelebte Strecke viel attraktiver machen, fügte Takalvi hinzu. "China wäre daran interessiert, da sie eine breitere Basis für die Zusammenarbeit und den Handel zwischen China und dem Iran sowie zwischen China und der Türkei bieten würde."

WKZ, Thomas Kautzor, Bernd Seiler, Prof. Dr. Johannes Schenkel, Quelle ECO, IRNA, Jerusalem Post

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Letzte Änderung am Dienstag, 04 Januar 2022 11:08