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Donnerstag, 06 Januar 2022 07:00

Vereinigte Staaten: Regelung zum LNG-Transport per Bahn wieder ausgesetzt

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Foto PHMSA.

Eine Koalition von 14 Generalstaatsanwälten (Attorney General) will die weitere Genehmigung des Transports von Flüssigerdgas (LNG) per Bahn in den Vereinigten Staaten verhindern. Die Koalition unter der Leitung von Brian Frosh, Generalstaatsanwalt von Maryland, und Letitia James, Generalstaatsanwältin von New York, hat Ende Dezember eine Stellungnahme zu dem Vorschlag der Pipeline and Hazardous Materials Safety Administration (PHMSA) zum Gastransport per Bahn eingereicht.

Im Juni 2020 hatten das U.S. Department of Transportation (USDOT) und die Pipeline and Hazardous Materials Safety Administration (PHMSA) in Absprache mit der Federal Railroad Administration (FRA) eine endgültige Regelung erlassen, die den Massentransport von verflüssigtem Erdgas (LNG) auf der Schiene in speziellen Eisenbahnkesselwagen in Einklang mit der Trump-Administration erlaubte. Diese Regelung wurde im vergangenen November von der PHMSA vorerst ausgesetzt.

Die Bundesbehörde verwies bei der Ankündigung der Aussetzung auf Bedenken hinsichtlich der öffentlichen und ökologischen Sicherheit. Die PHMSA begründete den Schritt auch damit, dass Unternehmen, die an der Beförderung von LNG auf der Schiene interessiert sind, von Investitionen in die Infrastruktur abgehalten werden sollen, die sich durch weitere Vorschriften wahrscheinlich ändern würden.

"Die Aussetzung der fehlgeleiteten LNG-by-rail-Regelung der Trump-Administration ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Frosh in einer Pressemitteilung. "Die Zulassung dieser gefährlichen Züge auf unserem Güterschienennetz, das größtenteils durch benachteiligte Gemeinden führt, würde Millionen von Einwohnern unserer Bundesstaaten gefährden und die Klimakrise weiter anheizen."

Laut Frosh unterstützen die Generalstaatsanwälte die Aussetzung der Vorschrift, weil sie:
• auf einer fehlerhaften und unvollständigen Sicherheitsbewertung beruhte;
• die vor- und nachgelagerten Auswirkungen der Vorschrift auf die Treibhausgasemissionen nicht angemessen berücksichtigt wurden; und
• die Auswirkungen der Regelung auf einkommensschwache, unterversorgte und benachteiligte Gemeinden nicht angemessen erörtert wurden.

Neben Frosh und James beteiligen sich Generalstaatsanwälte aus Connecticut, Delaware, dem District of Columbia, Illinois, Massachusetts, Michigan, Minnesota, New Jersey, Oregon, Pennsylvania, Rhode Island, Vermont und Washington an der Koalition.

Zwischen der Aussetzung durch die PHMSA im November und der Genehmigung einer überarbeiteten Regelung wird nun kein LNG mehr mit der Bahn transportiert. Die PHMSA erklärte, dass damit auch sichergestellt werden sollte, dass vor einem möglichen Abschluss des Regelwerks, der für Juni 2024 erwartet wird, keine Transporte stattfinden.

Die PHMSA hat das Transportation Research Board der Nationalen Akademie der Wissenschaften damit beauftragt, weitere Informationen über die Vorschrift zum Transport auf der Schiene zusammenzustellen. Die Behörde teilte mit, dass sie noch in diesem Jahr einen zweiten Bericht des Gremiums erwarte.

WKZ, Quelle Attorney General Frosh, NGI Natural Gas Intelligence

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