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Montag, 10 Januar 2022 07:00

Vereinigte Staaten: Wiederinbetriebnahme der Baureihe 7000 der Washingtoner Metro schon wieder ausgesetzt

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Fotos WMATA.

Fast drei Monate nach der Entgleisung eines Metro-Zuges, die eine bundesweite Sicherheitsuntersuchung auslöste, arbeitet die Washingtoner Metro WMATA immer noch und wieder an der Frage, wie die Wagen der Serie 7000 - und damit mehr als die Hälfte der Flotte - wieder in Betrieb genommen werden können.

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Nach einer zweiten Aussetzung der Wiederinbetriebnahme der Baureihe 7000 Ende Dezember gaben die Verantwortlichen der Washingtoner Metro WMATA am Freitag (07.01.2022) zu, dass sie nicht wissen, wann die Fahrzeuge wieder in Betrieb genommen werden können. Die jüngste Verzögerung beruht darauf, dass die Techniker keine Vorschriften dafür haben, ob sie einen Waggon freigeben oder nicht freigeben sollten, wenn sich der Radabstand auf einer Achse um genau 1/32 Zoll (ca. 0,08 cm) veränderte - ein Szenario, das im Wiederherstellungsplan der Metro nicht vorgesehen war. In solchen Fällen handelte die Metro aus eigenem Antrieb und gegen den Willen der Aufsichtskommission, berichtet die Washington Post.

• Der Zugmangel der Metro begann am 12. Oktober, als ein Zug der Blue Line vor der Station Arlington Cemetery entgleiste und 187 Fahrgäste evakuiert werden mussten. Eine Untersuchung der Sicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) ergab, dass sich der Radabstand eines Wagens auf einer Achse um 2 Zoll (5,8 cm) auseinander bewegt hatte. Die Ermittler erfuhren, dass Metro-Wageninspektionen seit 2017 bei Routineüberprüfungen anderer Wagen der Serie 7000 ähnliche Probleme aufgedeckt hatten.

• Am 17. Oktober wies die Washington Metrorail Safety Commission (WMSC), eine Behörde, die die Sicherheit der Metrorail überwacht, die Verkehrsgesellschaft an, alle 748 Wagen aus dem Verkehr zu ziehen, bis die Metro eine sichere Methode für den Betrieb der Wagen entwickeln konnte.

• Am 14. Dezember teilte die WMSC der Metro mit, dass sie keine technischen Einwände gegen den vorgelegten Plan hat, nach dem die Triebwagen der Baureihe 7000 schrittweise wieder in den Fahrgastbetrieb aufgenommen werden können, wobei vorerst nicht mehr als 336 Triebwagen dosiert freigegeben werden sollen und der Rest nach einer Anpassung der Untersuchungsbedingungen.

• Am 23. Dezember pausierte die WMATA die Wiederinbetriebnahme zusätzlicher Triebwagen der Serie 7000 jedoch, nachdem ein neues Regime täglicher Inspektionen der derzeit in Betrieb befindlichen Triebwagen angeordnet worden war.

• Am 29. Dezember hat Metro alle Triebwagen der Serie 7000 wieder aus dem Personenverkehr genommen, da die WMSC feststellte, dass die Metro nicht im Einklang mit ihrem Plan zur sicheren Wiedereinführung der Wagen gehandelt hatte. Die Kommission stellte fest, dass fünf Wagen in Betrieb genommen worden waren, die nicht den Vorgaben bezüglich der Sicherheitstoleranzen entsprachen, und fügte hinzu, dass in zwei dieser Fälle kleine Radbewegungen festgestellt wurden.

Der jüngste Verstoß, den die Sicherheitskommission anführte, ist auf eine kleine Änderung zurückzuführen, die Metro bei der Messung des Abstands zwischen den Rädern auf einer Achse vorgenommen hat, so die Verantwortlichen der Bahn. In ihrem Plan für die Kommission erklärte die Metro, dass ihre Techniker jeden Wagen mit Rädern, deren Lage mehr als 1/32 Zoll von der Standardbreite von 53 5/16 Zoll abweicht, kennzeichnen würden. Mehrere Wagen lagen jedoch genau an diesem Grenzwert, und die Techniker waren sich nicht sicher, ob sie diese Wagen ausfallen lassen oder wieder in Betrieb nehmen sollten. Die Verwirrung unter den Technikern wurde noch dadurch verstärkt, dass der Abstand so gering war, dass die Messwerte durch die Hitzeentwicklung schwanken konnten, wenn ein Wagen direkt aus dem Verkehr gezogen wurde.

Ohne die Sicherheitskommission zu konsultieren, wies die Metro ihre Techniker an, die Wagen, die genau 1/32 Zoll über dem Grenzwert lagen, "durchzulassen" - eine Entscheidung, mit der die Wagen wieder in Betrieb gehen konnten.

Der Aussetzungsbeschluss der Sicherheitskommission verlangt nun von der Metro, einen überarbeiteten Plan zur Wiederinbetriebnahme vorzulegen, aber der Sprecher der Kommission, Max Smith, sagte am Freitag, dass die Kommission noch keinen aktualisierten Plan erhalten hat. Metro-Beamte sagten am Freitag, sie wüssten nicht, wann der Plan fertig sei oder wann die Wagen der Serie 7000 zum zweiten Mal in Betrieb genommen werden könnten.

WKZ, Quelle WMATA, Washington Post

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Letzte Änderung am Montag, 10 Januar 2022 11:23