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Donnerstag, 27 Januar 2022 07:00

Kongo: Ausschreibung Interessensbekundung zum Erzabbau mit einer 1.000 km langen Eisenbahnlinie

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Fotos SFP Pointe-Noire.

Die kongolesische Wirtschaft ist stark von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft abhängig und leidet häufig unter Preisschwankungen und Inflationen. Die Regierung hat sich nun auf die Diversifizierung durch Bergbauprojekte konzentriert und möchte diese mit der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur verbinden.

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Die Regierung der Republik Kongo plant den Bau eines 1000 km langen Nord-Süd-Eisenbahnnetzes, um den Abtransport der Eisenerzproduktion über den im Bau befindlichen Mineralienhafen Pointe-Noire zu erleichtern.

Dieses Projekt, das auf der Ministerratssitzung vom 17. Januar erörtert wurde, könnte nach Ansicht der Regierung ein wichtiger Hebel für die Bergbauprojekte des Landes sein. Laut dem Bericht über das Treffen soll die Infrastruktur auch als Transportweg für Flüssiggas dienen, das das Land zu produzieren plant.

Auf der Ministerratssitzung wurden Gesetzentwürfe zur Genehmigung von drei Bergbauabkommen für Eisenerzvorkommen im Departement Sangha behandelt. Diese Abbauprojekte sind von erheblicher Bedeutung, da diese Standorte über ein enormes Potenzial verfügen, das wahrscheinlich mindestens 50 Jahre lang genutzt werden kann, was sich positiv auf die sozioökonomische Entwicklung unseres Landes auswirken würde. Sie beinhalten zunächst den Bau einer Eisenbahnstrecke von Nord- nach Südkongo mit einer Länge von etwa 1000 km, den Bau eines Stahlwerks in Pointe Noire und eines großen Mineralienhafens in Pointe Indienne.

Diese Infrastrukturen werden Hunderte von Arbeitsplätzen schaffen und die Entwicklung der betroffenen Ortschaften im Departement Sangha fördern. Nach Prüfung und Diskussion billigte der Ministerrat die drei Gesetzentwürfe zwischen der Republik Kongo und den Unternehmen Sangha Mining Dévelopment Sasu und Bestway Finance Limited für die Eisenerzlagerstätten Nabeba (386 km2 Fläche), Avima und Badondo (jeweils 998 km2 Fläche). Sie werden dem Parlament zur Prüfung und Verabschiedung übermittelt.

In Anlehnung an den Regierungsbeschluss hat nun die Hafeneisenbahngesellschaft von Point-Noire (Société ferroviaire et portuaire de Pointe-Noire, SFP Pointe-Noire) eine Interessensbekundung veröffentlicht. Bis Ende 2022 will SFP Pointe-Noire ein neues großes Investitionsprojekt abschließen und damit seine Umschlagskapazität auf über 20 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr erhöhen. Zur Planung seiner nächsten Investitionsphasen richtet das Unternehmen eine Interessensaufforderung an Projektentwickler für den Abbau und/oder die Verarbeitung von Eisenerz, die innerhalb der nächsten 10 Jahre beginnen könnten.

SFP Pointe-Noire lädt daher Projektentwickler, die bei der Erstellung des strategischen Entwicklungsplans und der Planung der nächsten Investitionsphasen des Unternehmens berücksichtigt werden möchten, ein, sich mit der Abteilung für Geschäftsentwicklung des Unternehmens in Verbindung zu setzen, um Informationen und Anforderungen in Bezug auf diese Projekte auszutauschen.

Darüber hinaus möchte die SFP Pointe-Noire die folgenden Informationen erhalten:

• Gewünschtes Datum für die Aufnahme des Betriebs
• Jährliche Tonnage
• Physikalische und chemische Eigenschaften des Produkts
• Merkmale in Bezug auf Schienentransport und Umladevorgänge.
• Erforderlicher Lagerraum

"Wir möchten alle Projektträger, die kurz-, mittel- oder langfristig an einem Bergbau- oder Verarbeitungsprojekt im Labrador-Graben arbeiten, dazu auffordern, uns ihren voraussichtlichen Bedarf an Infrastruktur und Dienstleistungen mitzuteilen. So können wir sicherstellen, dass die Bedürfnisse des Marktes und die nächsten Investitionsphasen der SFP Pointe-Noire aufeinander abgestimmt sind", sagte der Präsident und CEO der SFP Pointe-Noire, Louis Gravel.

Die Initiative steht im Einklang mit der Politik der Diversifizierung der nationalen Wirtschaft durch die Erschließung des Bergbaupotenzials des Landes. Es werden Konzessionen für mehrere bislang unerschlossene Eisenerzminen vergeben.

Im Vorfeld des Projekts, dessen technische Details noch nicht bekannt sind, hatten einige Konzessionsnehmer aber auch angedeutet, dass sie ihre Produktion über von ihnen zu bauende Straßen schneller über die benachbarten Häfen Owendo (Gabun) oder Kribi (Kamerun) abtransportieren wollten. So hatte Avima Iron Ore Limited, das sich mehrheitlich im Besitz des australischen Unternehmens Core Mining befindet, schon im Juni 2020 eine Absichtserklärung mit der Hafenbehörde von Kribi für die Verladung von Eisenerz aus den Avima-Minen in der Republik Kongo unterzeichnet. Das Avima-Projekt im Kongo ist eine Lagerstätte von Weltklasse mit einer Ressource von rund 700 Millionen Tonnen hochgradigen Eisenerzes.

WKZ, Quelle Ministerrat, SFP Pointe-Noire, Agence Ecofin

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Letzte Änderung am Donnerstag, 27 Januar 2022 07:13