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Donnerstag, 01 Februar 2018 11:44

Indien: Eisenbahnen erhalten Priorität im Haushalt 2018/19

Der indische Premierminister Narendra Modi hat heute (01.02.18) den erwarteten Haushalt für das Wahljahr 2018/19 vorgelegt. Finanzminister Arun Jaitley hat dafür ein Budget ausgearbeitet, das darauf ausgelegt ist, notleidenden Landwirten und ländlichen Gebieten zu helfen und gleichzeitig Wachstum, Arbeitsplätze und private Investitionen insbesondere auch in die Infrastruktur zu fördern.

Abgeschafft wurde im vergangenen Jahr die Bereitstellung eines extra Eisenbahnbudgets. Dieses medial groß angekündigte Eisenbahnbudget sorgte in der Vergangenheit häufig dafür, dass es die Einrichtung neuer Züge vorsah, an deren Schicksal die Zukunft des Eisenbahnministers gekoppelt war. Ein Eisenbahnminister pflegte neue Züge vor allem an seinen Heimatstaat zu verschenken. Der jetzige Minister Piyush Goyal muss nun seinen "Ruf nicht mehr aufs Spiel setzen", wie India Today formuliert.

Finanzminister Arun Jaitley kündigte in seiner Rede zum Unionshaushalt 2018 eine Investition von Rs 1,48 lakh crore (18,7 Mrd. Euro) für die indische Eisenbahn an. Laut Jaitley wird der größte Teil dieses Geldes für Kapazitätserweiterungen ausgegeben, da dies derzeit die wichtigste Priorität für die Eisenbahnen ist. Verbunden damit sind der Ausbau auf Zweigleisigkeit von 18.000 km Strecken und die Angleichung der Spurweiten, um Kapazitätsengpässe zu beseitigen.

Eisenbahn-Investitionsausgaben für das Jahr 2018-19 betragen Rs.1,48,528 crore. Ein großer Teil der Investitionen wird für die Schaffung von Kapazitäten verwendet. 4000 Kilometer elektrifiziertes Schienennetz sollen 2017-18 in Betrieb genommen werden. Die Arbeiten an den östlichen und westlichen Güterverkehrskorridoren sind in vollem Gange. Eine ausreichende Anzahl von Fahrzeugen - 12000 Waggons, 5160 Wagen und etwa 700 Lokomotiven wird 2018-19 beschafft. Im laufenden Geschäftsjahr werden über 3600 km Gleiserneuerung angestrebt. Die Sanierung von 600 großen Bahnhöfen wird in Angriff genommen.

Es wird erwartet, dass die Indian Railways weitere Möglichkeiten zur Finanzierung ihrer ehrgeizigen Projekte ausloten wird. Die Ausstattung der Eisenbahn mit Geldern ist umso notwendiger, als es sich nicht um ein gewinnorientiertes öffentliches Unternehmen handelt, und jede Erhöhung des Fahrpreises zur Deckung der Verluste die Bevölkerung weiter belasten würde.

Mit den Rekordausgaben für die Infrastruktur (Straßen und Eisenbahnen) könnten indischen Medien zufolge insbesondere Bau- und Ingenieurbüros sowie Hersteller von Eisenbahnwaggons profitieren. Dazu gehören Larsen & Toubro Ltd, Hindustan Construction Co Ltd, NCC Ltd, IRB Infrastructure Developers Ltd, Dilip Buildcon Ltd, Titagarh Wagons Ltd und Cimmco Ltd.

Ebenfalls enthalten im Budget sind der Ausbau von Mumbais lokalem Eisenbahnnetz auf 90 Kilometer zweigleisige Strecke sowie weitere Planungen, um dem Wachstum der Bengaluru-Metropole gerecht zu werden.

Auf dem Eisenbahnsektor werden neben der Infrastruktur auch Sicherheit und Komfort für die Fahrgäste innerhalb des Unionshaushalts 2018-19 oberste Priorität haben. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 35 Zugunfälle gemeldet. In einem Regierungsbericht heißt es, dass sich in den ersten sechs Monaten 29 Eisenbahnunfälle ereigneten, bei denen 58 Menschen ums Leben kamen. Der Staatsminister für Eisenbahnen, Rajen Gohain, sagte, 69 Prozent der Unfälle seien durch Entgleisungen verursacht worden.

WKZ, Quelle regierung, Times of India, India Today u.a.

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Letzte Änderung am Donnerstag, 01 Februar 2018 11:47