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Montag, 05 Februar 2018 07:05

Australien: Keine Bundesmittel für Eisenbahn zum Adani-Kohlebergbauprojekt in Carmichael

Die Adani-Kohlemine in Carmichael wird keine Bundesmittel von der australischen Infrastrukturfinanzierungsgesellschaft NAIF (Northern Australia Infrastructure Facility) für ihre dringend benötigte Eisenbahnlinie erhalten. Die Ankündigung der stellvertretenden Ministerin für berufliche Bildung, Karen Andrews, am Sonntag (04.02.18) ist ein schwerer Schlag für die Minenfirma Adani, die sich in Central Queensland um ein Konzessionsdarlehen über 900 Mio. AUD (572 Mio. Euro) für die Eisenbahn vom Kohleabbaugebiet Carmichael zum Hafen bemüht hatte.

Für den Transport der Kohle zu den Hafenanlagen wird der Bau einer 388 km langen Eisenbahnlinie mit einer Kapazität von 100 Mio. t Kohle pro Jahr benötigt. Damit könnte das Minenprojekt von Adani Mining, einer einhundertprozentigen Tochter der indischen Adani Group, im Extremfall gar nicht realisiert werden, wenn keine private Finanzierung einspringen kann.

Das sowohl in offener Bauweise und unterirdischen Vortriebsverfahren geplante Minenprojekt in Höhe von 16,5 Mrd. USD ruft starke Umweltbedenken hervor (Great Barrier Reef). Eine Reihe von Kreditgebern, darunter die Deutsche Bank AG, die Commonwealth Bank of Australia und zwei chinesische Staatsbanken, haben erklärt, dass sie angesichts der Ablehnung von Investitionen in fossile Brennstoffe keine Finanzierung für das Adani-Kohlebergbauprojekt bereitstellen werden.

Vor ihrer Wiederwahl im vergangenen Jahr versprach die Labor-Regierung von Queensland Labor, den Antrag auf ein Darlehen der NAIF abzulehnen. Da alle Genehmigungen für die Adani-Mine allerdings bereits vorliegen, sei es "nur noch eine Frage der Finanzierung für Adani", ob die Mine weitergeführt werde.

Der Schatten-Infrastrukturminister Anthony Albanese vertrat die Meinung, die Ökonomie des Projekts sei nicht gegeben, weil der Markt für Kraftwerkskohle rückläufig sei und Indien gesagt habe, dass es die Importe von Kraftwerkskohle stoppen wolle.

WKZ, Quelle Guardian, Reuters

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