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Mittwoch, 01 Juni 2022 07:00

Kamerun: Übernahme von Bolloré Africa Logistics durch MSC verzögert Entschädigung von Eseka-Opfern

Die Diskussion über das Zugunglück von Eseka, bei dem 2016 mehr als 70 Menschen ums Leben kamen, ist noch nicht zu Ende. Mehrere Familien von Opfern der Zugkatastrophe von 2016 drohen dem Bolloré-Konzern nun mit einer neuen Klage. Ihr Entschädigungsprozess durch den französischen Konzern ist ins Stocken geraten, nachdem dieser Ende März den Verkauf seiner afrikanischen Vermögenswerte an die Reederei MSC bestätigt hat.

Am 31.03.2022 bestätigte die MSC-Gruppe den Abschluss eines Kaufvertrags mit der Bolloré SE über den Erwerb von 100 % der Bolloré Africa Logistics (einschließlich aller Schifffahrts-, Logistik- und Terminalaktivitäten der Bolloré-Gruppe in Afrika sowie der Terminalaktivitäten in Indien, Haiti und Timor-Leste) zu einem Kaufpreis von 5,7 Mrd. EUR, basierend auf dem Unternehmenswert nach Abzug der Minderheitsanteile. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigungen, unter anderem durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden.

Am 24. Mai klagten mehrere Opferfamilien der Zugkatastrophe von 2016 in einem Schreiben, das das Nachrichtenportal Jeune Afrique einsehen konnte, über die "Einstellung ihres Entschädigungsprozesses" durch die Bolloré-Gruppe. Außerdem seien einige Verhandlungen mit den Familien der Verunglückten noch nicht abgeschlossen.

Bolloré Africa Logistics hatte sich über Vereinbarungen, die von seiner Versicherungsgesellschaft Generali unterzeichnet wurden, verpflichtet, den Familien der Opfer der Katastrophe Entschädigungen zu zahlen. Laut den Anwälten einiger Opfer hat der Versicherer "die Gespräche mit den Opfern und die Umsetzung der Vereinbarungen [...] seit der Ankündigung des Veräußerungsprozesses der Vermögenswerte der Bolloré-Gruppe in Afrika Ende März eingestellt".

In ihrem Schreiben vom 24. Mai wenden sich die kamerunischen Anwälte an die Reederei MSC, die die afrikanischen Vermögenswerte der Gruppe übernimmt, und an ihren Präsidenten Gianluigi Aponte. "Wir bitten Sie, sich bei Ihrem Partner Bolloré dafür einzusetzen, dass er die Wiedergutmachung der Schäden zum Abschluss bringt", schreiben die Rechtsanwälte.

WKZ, Quelle Jeune Afrique, Actu Cameroun

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