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Mittwoch, 07 Februar 2018 09:01

Vereinigte Staaten: NTSB sieht Obstruktive Schlafapnoe als Ursache zweier Unfälle

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Zug 1614 der NJ Transit Pascack Valley Line nach einem Prellbock-Auffahrunfall im New Jersey Transit Hoboken Terminal. Foto NTSB/Chris O'Neil.

Die US-amerikanische Nationale Behörde für Transportsicherheit NTSB hat gestern (06.02.18) bekannt gegeben, dass zwei Unfälle im Pendler-Verkehr im Raum New York durch Ermüdung der Lokführer verursacht wurden, die aus einer nicht diagnostizierten schweren Obstruktiven Schlafapnoe resultierte. Die Obstruktive Schlafapnoe ist eine schlafbezogene Atmungsstörung, die u.a. zu Tagesschläfrigkeit führt.

Die Unfälle am 29.09.2016 in Hoboken, New Jersey, und am 04.01.2017 am Atlantic Terminal in Brooklyn, New York, verursachten jeweils über 100 Verletzte, im ersten Fall sogar ein Todesopfer, als die Züge am Ende des Gleises auf die Prellböcke aufschlugen und in den Bahnhof krachten.

Die NTSB stellte fest, dass die beiden Unfälle "fast identische" wahrscheinliche Ursachen hatten. Das Board stellte auch fest, dass die daraus resultierenden Sicherheitsaspekte landesweit an vielen Intercity- und Vorort-Bahnhöfen bestehen.

Beim Betreiben eines Zuges in ein Endgleis bestimmen allein die Handlungen des Lokführers, ob der Zug vor dem Ende des Gleises rechtzeitig hält. Laut der Bundes-Eisenbahn-Behörde FRA gibt es derzeit in den USA keine Mechanismen, die einen Zug am Ende des Gleises automatisch anhalten, wenn der Lokführer unfähig, unaufmerksam oder untätig ist. Einige Eisenbahnen verfügen über Geschwindigkeitsüberschreitungs-Sicherheitssysteme, darunter New Jersey Transit und Long Island Rail Road. Wie bei diesen beiden Unfällen jedoch gezeigt wurde, stoppten die Systeme die Züge nicht, sobald der Lokführer den Zug auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit abgebremst hatte, bevor er das Ende der Strecke erreichte.

Zusätzlich zu der Empfehlung, sicherheitsempfindliches Personal auf Obstruktive Schlafapnoe zu untersuchen, empfahl das Board den Einsatz von Technologien, wie z.B. der positiven Zugbeeinflussung, in Terminalstationen und die Verbesserung der Terminalbetriebsvorschriften. Die NTSB gab dazu zwei Empfehlungen an New Jersey Transit und die Metropolitan Transportation Authority (die Muttergesellschaft der LIRR) und zwei Empfehlungen an die FRA.

WKZ, Quelle NTSB

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Letzte Änderung am Mittwoch, 07 Februar 2018 10:35