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Mittwoch, 24 August 2022 07:00

Indien: Machbarkeitsbericht für zweiten Hochgeschwindigkeitskorridor Delhi - Varanasi abgelehnt

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Fotos NHSRCL.

Der vorgeschlagene indische Hochgeschwindigkeitszugkorridor zwischen Delhi und Varanasi ist ins Stocken geraten, nachdem das Railway Board den Machbarkeitsbericht für das Projekt mit der Begründung abgelehnt hat, dass die Strecke zu kurvenreich geplant und für einen Hochgeschwindigkeitszug mit einer Geschwindigkeit von 350 km/h nicht geeignet sei.

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Der Hochgeschwindigkeitszugkorridor Delhi - Varanasi ist nach dem derzeit im Bau befindlichen Projekt Mumbai - Ahmedabad Indiens zweiter Hochgeschwindigkeitskorridor. Wie indische Medien berichten, hat die Eisenbahnbehörde die Machbarkeitsstudie für den Hochgeschwindigkeitskorridor Delhi - Varanasi abgelehnt. Als Folge prüfen die Bahnbeamten auch die Möglichkeit, Halb-Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Delhi und Varanasi einzusetzen.

Diese Entscheidung wurde auf der jüngsten Sitzung zum Projekt des Hochgeschwindigkeitszuges Delhi-Varanasi getroffen, die Mitte August unter dem Vorsitz von RN Singh, Sekretär des Railway Board, stattfand. Der Bericht über die Machbarkeitsstudie wurde von der National High Speed Rail Corporation Limited (NHSRCL) dem Railway Board vorgelegt. "Der Machbarkeitsbericht wurde in der Sitzung vollständig abgelehnt", zitieren indische Medien einen hohen Beamten.

In einer Erklärung teilten die Eisenbahnen jedoch mit, dass eine entgültige Entscheidung über den Machbarkeitsbericht noch getroffen werden müsse. "Hiermit wird mitgeteilt, dass noch keine Entscheidung über den DPR (detaillierter Projektbericht) des genannten Hochgeschwindigkeitszugprojekts getroffen wurde und das Projekt noch geprüft wird", hieß es.

Der Machbarkeitsbericht schlug vor, den Hochgeschwindigkeitskorridor Delhi - Varanasi entlang der Nationalstraße NH-2 zu bauen. Dies würde den Erwerb von Land zu günstigeren Preisen ermöglichen und die Baukosten senken. Die Kosten für den Bau des 816 km langen Hochgeschwindigkeitszugkorridors Delhi - Varanasi werden auf etwa Rs 2.25 lakh crore (28,4 Mrd. EUR) geschätzt. Die genauen Projektkosten werden jedoch erst nach der Erstellung des detaillierten Projektberichts (DPR) bekannt sein. Das technische Problem dabei ist, dass der NH-2-Verlauf zwischen Delhi und Varanasi an vielen Stellen kurvenreich ist. Um einen Hochgeschwindigkeitszug mit einer Geschwindigkeit von 350 km/h zu betreiben, sollte die Strecke des Hochgeschwindigkeitskorridors jedoch gerade verlaufen.

Ein weiterer Grund für die Ablehnung des Berichts über die Machbarkeitsstudie waren die Hindernisse beim Bau des ersten indischen Hochgeschwindigkeits-Korridors zwischen Mumbai und Ahmedabad. Das Projekt sollte im Dezember 2023 fertiggestellt werden, aber erste Streckenabschnitte stehen derzeit nur in Gujarat. In Maharashtra hat sich noch nichts getan. Die Kosten des Projekts werden sich aufgrund der Verzögerungen auf Rs 2 lakh crore (25 Mrd. EUR) belaufen.

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Fotos Eisenbahnministerium.

Als Alternative zum Hochgeschwindigkeitskorridor wird in Betracht gezogen, dass ein Ausbau für Halb-Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Vande Bharat mit einer Geschwindigkeit von 160-200 km/h günstiger sein könnte. Die Regierung hat im Unionshaushalt 2022 angekündigt, 400 neue Vande-Bharat-Züge zu bauen.

Der 816 km lange Hochgeschwindigkeitskorridor Delhi - Varanasi soll die Hauptstadt über 13 Bahnhöfe in Sarai Kale Khan, Noida Sector-142, Jewar Airport, Mathura, Agra, Etawah, Kanpur, Lucknow, Raibareli, Pratapgarh, Prayagraj, Bhadoi und Varanasi mit dem Wahlkreis Varanasi von Premierminister Narendra Modi verbinden.

WKZ, Quelle Metro Rail Today, India TV

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