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Mittwoch, 21 Februar 2018 07:10

Australien: Knappe Renditeerwartung für das Bahnprojekt Melbourne - Brisbane

Das von Premierminister Malcolm Turnbull und Infrastrukturminister Barnaby Joyce durchgeführte Inlandsbahnprojekt zwischen Melbourne und Brisbane (Melbourne-to-Brisbane inland rail) wird nicht genügend Einnahmen generieren, um die Kapitalkosten zu decken, sagte der Geschäftsführer des australischen Netzverwalters Australian Rail Track Corporation (ARTC), John Fullerton, letzte Woche vor einem parlamentarischen Ausschuss.

Die Einnahmen von Kunden der künftigen Frachtroute würden nicht ausreichen, um die vollen Baukosten zu decken und eine Rendite bieten zu können. Fullerton fügte hinzu, dass zwar ein breiterer Nutzen aus dem Projekt für die Wirtschaft entstehen würde, dieser aber nicht der ARTC direkt zugute käme.

Für das Projekt wird es bis 2025 eine Bauphase geben, in der die ARTC über Vereinbarungen mit der australischen Regierung Steuergelder in Höhe von 8,6 Mrd. AUD (5,5 Mrd. Euro) erhält, um die 1700 km lange Eisenbahnlinie zu bauen. In der folgenden Betriebsphase decken die Einnahmen, die vom ersten Tag an fließen, alle Betriebskosten und zukünftigen Wachstumsinvestitionen ab. Im Hinblick auf eine staatliche Investition ergibt sich daraus eine positive Rendite, die sich im Nutzen für den Bahnbetreiber und die Wirtschaft bemerkbar macht.

Während das Projekt von der unabhängigen staatlichen Beratungsgesellschaft Infrastructure Australia und Labor unterstützt wird, bleiben Zweifel bestehen, ob es je profitabel sein kann, da nur 1,10 AUD für jeden investierten Dollar geliefert werden.

Marion Terrell, Leiterin des Transportprogramms am Grattan Institute, sagte, dass der Bau der Eisenbahnlinie Melbourne - Brisbane wegen derer Größe besonders riskant sei - was durch die Gefahr politischer Veränderungen und Kostenexplosionionen verstärkt werden würde.

Experten befürchten, dass sich das Debakel um den staatlichen Breitbandaustatter NBN Co, bei dem zusätzliche Ressourcen eingesetzt werden mussten, um das Projekt lebensfähig zu halten, bei jedem Problem des Inlandsbahnprojekts wiederholen könnte.

WKZ, Quelle Financial Revue

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Letzte Änderung am Dienstag, 20 Februar 2018 21:00