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Donnerstag, 01 März 2018 13:05

Indien: Die Kalka - Simla Bahn

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Die in den Ausläufern des Himalayas auf fast 2200 Metern gelegene Stadt Shimla (früher Simla) war seit 1864 'Sommerhauptstadt' der Regierung Britisch-Indiens, weil die Beamten der Hitze in größeren Städten wie Delhi entgehen wollten. Nach der Unabhängigkeit in 1947 wurde die Stadt die Hauptstadt der Punjab und später von Himachal Pradesh.

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Obwohl von großer Bedeutung war Simla nur erreichbar über eine sehr schlechte und schmale Straße. Die Konstruktion der Eisenbahnverbindung mit Kalka startete in 1898 und am 9. November 1903 konnte die 96,54 km lange Strecke eröffnet werden. Ursprünglich war die Spurbreite 610 mm., aber nachdem die Eisenbahn in 1905 verstaatlich worden war, wurde sie auf 762 mm. umgespurt, was der Standard der Britisch-Indische Armee entsprach.

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Die Strecke ist ein architektonisches und technisches Meisterwerk und bietet spektakuläre Aussichten. Nicht umsonst steht sie auf der UNESCO-Welterbeliste.

Unmittelbar nach Kalka, auf 656 Meter, fängt die starke Steigung an. Dabei werden auf der relativ kurzen Strecke insgesamt 864 Brücken und Viadukte, 102 Tunnel, 919 Kurven sowie 18 meist kleinere Bahnhöfe passiert bzw. durchfahren. Die meisten dieser Bahnhöfe befinden sich noch in originellem Zustand.

Zwischen 1904 und 1910 wurden 26 kräftige 1C1 Tenderlokomotiven introduziert. Sie wurden hergestellt von der Hunslet Engine Company in Leeds und die North British Locomotive Company und wurden eingestuft als die Baureihen K und K2. Später wurden einige Loks rekonstruiert wobei sie Überhitzer bekamen. Diese Maschinen bildeten die Baureihe KC. Eine davon ist die KC 520, gebaut in 1905 von der North British Locomotive Company mit Fabriknummer 16819. Sie war die letzte Dampflokomotive auf der Kalka - Simla Eisenbahn. Nachdem sie in 1971 aus dem Verkehr gezogen war, stand sie viele Jahre als Denkmal in Ambala. In 2001 wurde die Lok in den Werkstätten der Northern Railway in Amritsar betriebsfähig aufgearbeitet. Nach wenigen Einsätzen wurde sie jedoch wieder abgestellt, aber nach einer neuen Ausbesserung steht sie seit 2013 wieder für Sonderzüge zur Verfügung.

Fahrten mit der KC 520 sind eine Rarität. Ffestiniog Travel, ein Anbieter von Bahnreisen aus Wales, hatte die Lok am 23. Februar gemietet, als Teil einer Reise von drei Wochen durch Indien. Der Zug sollte von Shimla nach Kathleeghat fahren, eine Entfernung von 23 km, aber blieb halbwegs zwischen Tara Devi und Shoghi liegen. Trotzdem war es schön die Maschine auf ihrer Stammstrecke im Einsatz zu sehen.

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Letzte Änderung am Donnerstag, 01 März 2018 13:10