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Montag, 26 März 2018 07:05

Benin: China soll die Eisenbahnschleife statt Bolloré oder Pétrolin bauen

Der beninische Präsident Patrice Talon hat die französische Gruppe Bolloré und ihren beninischen Konkurrenten Pétrolin gebeten, sich aus dem großen Eisenbahnprojekt der Verbindung Dosso (Niger) - Cotonou (Benin) zurückzuziehen. Das Projekt soll einer chinesischen Firma überlassen werden, nachdem es jahrelang in einem juristischen Durcheinander blockiert war.

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Während die Ertüchtigung des westlichen Teils des BlueLine-Projekts (blau) in der Hand von Bolloré ist, sollen für den östliche Teil der Schleife (orange) nun chinesischen Firmen gewonnen werden.

In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem französischen Magazin Challenges fordert Präsident Talon die beiden Betreiber auf, sich "freundschaftlich aus dem Bahnprojekt zurückzuziehen" und stellt sicher, dass sie "angemessen entschädigt werden".

"Ein privater Investor kann die von uns gewünschte Eisenbahn nicht allein finanzieren", sagte der Staatschef und bezeichnete das von der Bolloré-Gruppe entworfene Projekt als "Low-End".

"China hat die notwendigen finanziellen Mittel", sagte Talon, um das Projekt im Wert von 4 Mrd, USD fertig zu stellen. "Es (China) hat sein technisches Know-how in Bezug auf die Infrastruktur in Afrika unter Beweis gestellt", fügte der Präsident hinzu, der sich nur selten an die Presse wendet.

Im Jahr 2008 haben Benin und Niger eine gemeinsame Ausschreibung zum Bau und Betrieb eines 740 km langen Eisenbahnnetzes zwischen Cotonou und Niamey gestartet. Bolloré sah dieses Projekt als Teil der "Blue Line", einer großen Eisenbahnschleife von Abidjan (Elfenbeinküste) über Ougadougou (Burkina Faso) und Niamey (Niger) zur Hafenstadt Cotonou in Benin. Bolloré und die dem Geschäftsmann Samuel Dossou-Aworet gehörende Firma Pétrolin standen im juristischen Streit um die Durchführung des Projekts.

Während Bolloré vorerst noch keinen Kommentar abgeben wollte, hieß es aus Reihen der Petrolin-Gruppe, dass ihr die gewünschte Rückgabe der Konzession noch "nicht offiziell mitgeteilt wurde".

WKZ, Quelle Challenges

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