

Fotos Regierung.
Das seit fast einem Jahrzehnt geplante SGR-Projekt Kampala - Malaba, das unter Finanzierungsproblemen litt, soll nun wieder kurz vor dem Baubeginn stehen. Kampala wird laut Fred Byamukama, dem ugandischen Staatsminister für öffentliche Arbeiten, im August mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Malaba - Kampala in Standardspurweite (SGR) beginnen.
Uganda hatte im Februar dieses Jahres eine Absichtserklärung mit dem türkischen Unternehmen Yapi Merkezi für das SRG-Projekt unterzeichnet und sich nach eigenen Angaben im April die Mittel der Standard Chartered Bank gesichert. Das Projekt ist jetzt in das nächste Haushaltsjahr 2023/4 eingestellt.

Normalspur-Netz
Nach acht Jahren der Nichtausführung hatte die ugandische Regierung den ursprünglichen Vertrag mit der China Harbour Engineering Company (CHEC) über den Bau der 273 km langen Normalspurbahn (SGR) von Malaba nach Kampala, gekündigt. Die China Exim Bank weigerte sich, das Projekt zu finanzieren, nachdem Zweifel auftauchten, ob die SGR im Nachbarland Kenia zur Grenze nach Uganda weitergebaut wird. Dies hatte Kampala dazu gezwungen, sich mit der Erneuerung des bestehenden Meterspurnetzes zu begnügen. Die Verbindung von Uganda über Nairobi zum Hafen Mombasa gilt als Voraussetzung, um das Projekt rentabel zu machen.
Diese Entscheidung in Uganda lässt aber auch die Hoffnung auf eine Erweiterung des kenianischen Projekts wieder aufleben, dessen Durchführbarkeit von dem ugandischen Abschnitt abhing. Kenias zweite Phase der SGR geriet im Inlandstrockenhafen Naivasha ins Stocken, nachdem China erklärt hatte, Uganda müsse sich verpflichten, seinen Abschnitt der modernen Eisenbahn zu bauen, um mehr Mittel für die Verlängerung von Naivasha nach Malaba bereitzustellen.
Die angegebene Strecke ist Teil des transnationalen Eisenbahnkorridors, der den kenianischen Hafen Mombasa über 1724 km mit mehreren Binnenstaaten der Region verbinden soll, darunter Uganda, Ruanda, Burundi, Südsudan und der Osten der Demokratischen Republik Kongo. Der Korridor wird als strategisches Instrument der regionalen Integration angekündigt und soll eine tragende Säule für die Mobilität und den Handel in Ostafrika sein. Nach Angaben der Weltbank haben diese Länder zusammen einen Markt von über 300 Millionen Menschen, und es ist vorgesehen, dass die regionale Schienen- und Straßenverkehrsinfrastruktur die sozioökonomische Entwicklung in der ostafrikanischen Region ankurbeln wird.
Im Jahr 2014 setzten die Staats- und Regierungschefs von Uganda, Kenia, Tansania, Südsudan und Ruanda den ersten Spatenstich für den Bau der SGR-Strecke, die die Mitgliedsstaaten miteinander verbinden soll, um den Handel in der Region zu fördern. Bislang haben aber nur Kenia und Tansania Fortschritte beim Bau von SGR-Strecken in ihren Ländern gemacht, während andere Mitglieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Tansania unterzeichnete im Januar ein millionenschweres Abkommen mit dem benachbarten Burundi über den Bau einer SGR-Strecke, die Gitega mit dem Hafen dar es Salaam am Indischen Ozean verbindet.
Meterspur-Netz


Fortschritte macht auch die Modernisierung des Meterspur-Netzes. Hier begann die Rekonstruktion des Abschnitts zwischen Kampala und Mukono MGR am 26.04.2023 mit der Verlegung neuer Schwellen. Folgender Zeitplan ist angekündigt:
• Kampala - Namanve: April bis September 2023
• Namanve - Mukono: Oktober 2023 bis April 2024
Die folgenden Meterspurlinien bleiben in Betrieb:
• Mukono - Malaba
• Portbell - Kampala - Nalukolongo
• Mwanza - Kisumu - Jinja - Portbell (Seeverbindung)
WKZ, Quelle The East African, Agence Ecofin