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Freitag, 15 März 2024 07:00

Kasachstan: Ausbau der Gütertransporte von China nach Aserbaidschan und Russland

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Fotos KTŽ.

Die Kasachische Eisenbahn verstärkt ihre Präsenz sowohl in China als auch in Russland, um die Rolle des zentralasiatischen Staates als Drehscheibe für den von Ostasien ausgehenden Güterverkehr nach Europa und Russland zu festigen.

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Der kasachische Präsident Kasym-Žomart Tokaev weihte Ende Februar per Videoschaltung ein Logistik- und Innovationszentrum der Kasachischen Eisenbahn (KTŽ) in der zentralchinesischen Stadt Xi'an ein. Die Anlage hat eine Kapazität für den Umschlag von rund 66.000 intermodalen Standardcontainern, gemessen in 20-Fuß-Äquivalenteinheiten (TEU), pro Jahr.

Darüber hinaus wurde für den Ausbau des Mittleren Korridors (Trans-Caspian International Transport Route, TITR) eine digitale DTC-Plattform geschaffen, die sich direkt an Verbraucher richtet. Die Eisenbahnen Aserbaidschans und Kasachstans wurden über die Funktion "Track and Trace" in das Echtzeit-Frachtverfolgungssystem entlang der Strecke integriert. Die Schaffung und Entwicklung eines einzigen digitalen Ökosystems erhöht zunehmend die Transparenz und Attraktivität des Mittleren Korridors.

In einer KTŽ-Erklärung heißt es, dass etwa 40 Prozent aller nach Europa fahrenden Güterzüge mit Ursprung in China in Xi'an zusammengestellt werden. "Dies wird dem Wachstum nicht nur des Transport- und Logistiksektors, sondern der gesamten kasachischen Wirtschaft neue Impulse verleihen", zitierte der Pressedienst des Präsidenten Tokaev und bezog sich dabei auf die KTZ-Präsenz in Xi'an.

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Während eines Staatsbesuchs in Aserbaidschan nahmen Kasym-Žomart Tokaev und der aserbaidschanische Präsident İlham Əliyev am 11./12.03.2024 per Telefonkonferenz an der Zeremonie zur Ankunft eines Container-Ganzzuges vom neuen kasachisch-chinesischen Transport- und Logistikzentrum in Xi'an zum Bahnhof Abşeron (Aserbaidschan) auf der Strecke der Transkaspischen Internationalen Transportroute (Trans-Caspian International Transport Route, TITR) teil. Diesem Ereignis waren die Eröffnung des kasachischen Terminals und die Abfahrt des ersten intermodalen Zuges China - Kasachstan - Aserbaidschan am 28. Februar dieses Jahres vorausgegangen.

Rund 7.000 km hat der Containerzug in 11 Tagen zurückgelegt. Der Zug legte die Strecke von 3128 Kilometern von Altynkolʹ an der Grenze zu China bis zum Hafen von Aktau in Kasachstan am Schwarzen Meer in drei Tagen zurück. Während des multimodalen Transports wurden die Container in Kasachstan zweimal umgeladen - im Trockenhafen "KTZE Khorgos Gateway" und im Seehafen von Aktau - und dann auf dem Kaspischen Meer zum internationalen Handelshafen von Bakı und von dort zum Bahnhof Abşeron gebracht.

In seiner feierlichen Rede betonte das Staatsoberhaupt, dass heute, unter den Bedingungen globaler geopolitischer Turbulenzen, ein neuer Verkehrs- und Logistikrahmen für Eurasien geschaffen wird. Seiner Meinung nach spielt die enge und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Aserbaidschan eine Schlüsselrolle in diesem Prozess. Das Handels- und Wirtschaftspotenzial der beiden Länder wird durch gemeinsame Anstrengungen erweitert. Früher dauerte die Frachtlieferung von China zu den Schwarzmeerhäfen 53 Tage, jetzt sind es 18 Tage.

Präsident İlham Əliyev beglückwünschte seinerseits die Transportarbeiter zu diesem bedeutenden Ereignis. Er wies darauf hin, dass Kasachstan und Aserbaidschan aktiv daran arbeiten, die Interaktion in vielen Bereichen der Zusammenarbeit, einschließlich des Transit- und Transportbereichs, zu verstärken.

Abschließend dankten die Staats- und Regierungschefs beider Länder allen kasachischen und aserbaidschanischen Fachleuten für die produktive gemeinsame Arbeit und wünschten ihnen weiterhin viel Erfolg.

Die staatliche Eisenbahngesellschaft meldete, dass das Volumen des Schienengüterverkehrs zwischen China und Kasachstan im Januar dieses Jahres im Vergleich zum gleichen Monat des Jahres 2023 um 22 Prozent auf 2,4 Millionen Tonnen gestiegen sei. Eine KTŽ-Tochtergesellschaft kündigte Anfang März eine Vereinbarung mit einem chinesischen Logistikunternehmen mit Sitz in der zentralen Stadt Chongqing an, um den Transit von mindestens 200 Containerzügen mit einem Gesamtladevolumen von 20.000 TEU über Kasachstan zu ermöglichen. Die KTŽ geht davon aus, dass im Jahr 2024 3.500 Containerzüge mit einem erwarteten Volumen von 350.000 TEU durch Kasachstan fahren werden.

Die KTZ arbeitet auch mit einem russischen Unternehmen zusammen, um die Transport- und Lagerkapazitäten für nach Russland gehende Güter zu erweitern - eine Initiative, die den sanktionsbewehrten Handel unterstützen kann. Ende Februar unterzeichnete die KTŽ eine Absichtserklärung mit einem chinesischen Unternehmen und dem russischen Unternehmen Slavtrans-Service über den Bau von Anlagen in Seljatino, einer Stadt in der Nähe von Moskva. Das Memorandum umreißt auch Pläne zur Stärkung der Transitverbindungen zwischen Xi'an und Moskva.

WKZ, Quelle Қazaқstan temìr žoly

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