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Montag, 14 Mai 2018 07:10

Vereinigte Staaten: The Boring Company entwickelt Nahverkehrs-Tunnel in Los Angeles

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Die kalifornische Firma The Boring Company, eine der vielen Firmen des Visionärs Elon Musk (SpaceX, Tesla, Hyperloop) hat offiziell ihren ersten Tunnel in Hawthorne fertiggestellt, einer Stadt bei Los Angeles, der den Weg des Shuttle-Verkehrs für Fußgänger und Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit einleiten soll. Musk teilte die Nachricht über den fertiggestellten 2,7-Meilen-Tunnel nicht durch eine Presseerklärung, sondern über Social Media mit, in denen ein Video mit der Fahrt von Anfang bis Ende gezeigt wird.

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Vorgeschlagenes Tunnelsystem: Rot Verfahrensnachweis-Tunnel der Phase 1, blau weiterer möglicher Ausbau. Grafik The Boring Company.

Das System nimmt Fahrgäste auf Straßenniveau in Shuttles - so genannten Pods - auf, die in den Tunnel gesetzt werden und diesen mit hoher Geschwindigkeit von 125 mph (200 km/h) durchfahren.

Die Fertigstellung des Tunnels ist ein wichtiger Meilenstein für The Boring Company, steht aber noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Auf Instagram bedankte sich Musk über die "starke Unterstützung durch die Öffentlichkeit, gewählte Amtsträger und Regulatoren". Wenn das Projekt genehmigt wird, werde der Tunnel in ein paar Monaten "kostenlose Demo-Fahrten für die Öffentlichkeit" erlauben. Die regulären Fahrpreise seien "günstiger als ein Busticket". Das ursprünglich auch für Autos anvisierte Projekt sei aber für "Fußgänger und Fahrradfahrer" vorgesehen. Den üblichen Nahverkehr per Bahn und Bus bezeichnete Musk im März als "einen absoluten Schrecken" ("a pain in the ass").

Doch ob sich das Projekt so schnell verwirklichen lässt, steht in Frage. Zwei Nachbarschaftsgruppen haben eine Klage über den Vorschlag der Stadt Los Angeles eingereicht, das Projekt zu beschleunigen, indem es von der Umweltprüfung ausgenommen wird. Im vergangenen Monat stimmte der Ausschuss für öffentliche Arbeiten des Stadtrats von Los Angeles einstimmig zu, den Tunnel von der Umweltanalyse auszunehmen, die den Projektzeitrahmen um Monate oder Jahre verlängern kann. Der Entschluss bedarf aber noch einer vollständigen Abstimmung im Rat. Eine Umweltprüfung hingegen könnte helfen, die Befürchtungen der Bewohner zu zerstreuen, dass "ein Tunnelbau in einem erdbebengefährdeten Gebiet ihre Häuser beschädigen oder eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit darstellen könnte".

"Im Silicon Valley gibt es den Drang, dass Unternehmen schnell handeln und Dinge zerstören", sagte Meghan Sahli-Wells, Vizebürgermeisterin der Stadt Culver City im Großraum Los Angeles. "Aber diese Firmen müssen nicht den Abfall aufheben. ... Wir lassen sie nicht ohne Umweltprüfung hier rein."

WKZ, Quelle Los Angeles Times, Mashable

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