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Dienstag, 09 April 2024 07:00

Brunei/Indonesien/Malaysia: Vorschlag für eine Hochgeschwindigkeitsbahn "Trans-Borneo Railways"

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Fotos MyHSR Corp, KCIC.

Das bruneianische Infrastrukturunternehmen Brunergy Utama hat mit einem Vorschlag für ein Hochgeschwindigkeitseisenbahnsystem gemacht, das die gesamte Insel Borneo durchqueren soll. Einem Bericht von Nikkei Asia zufolge würde sich der ehrgeizige Plan mit dem Namen "Trans-Borneo Railways" über 1.620 Kilometer von der Westküste Borneos bis in den äußersten Osten erstrecken. Die Bahnlinie würde Brunei mit den benachbarten südostasiatischen Staaten Malaysia und Indonesien verbinden, einschließlich der künftigen Hauptstadt des letzteren.

Borneo ist aufgeteilt zwischen den drei Staaten Indonesien, Malaysia und Brunei. Borneo ist für seinen Reichtum an natürlichen Ressourcen, Öl- und Kohlereserven und riesige Palmenplantagen bekannt, so das dieses Hochgeschwindigkeitsprojekt das Potenzial hat, die Verkehrsanbindung und den Handel auf der Insel erheblich zu verbessern.

Brunergy Utama hat das Projekt in zwei Phasen gegliedert:

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• Eine erste Phase konzentriert sich auf die Verbindung zwischen West- und Nordborneo. Sie wird von Pontianak, der Hauptstadt von Westkalimantan in Indonesien, bis nach Kota Kinabalu, der Hauptstadt von Sabah in Malaysia, führen. Zu den wichtigsten Haltestellen gehören Kuching, die Hauptstadt von Sarawak (Malaysia), und der Distrikt Tutong in Brunei.

• Die zweite Phase erstreckt sich nach Süden und verbindet Tutong mit den indonesischen Provinzen Nord- und Ostkalimantan. Dieser Abschnitt umfasst Großstädte wie Samarinda und Balikpapan und endet in Nusantara, der geplanten künftigen Hauptstadt Indonesiens. Indonesien beabsichtigt, noch in diesem Jahr mit dem Bau dieser neuen Hauptstadt zu beginnen.

Der Vorschlag sieht ein Netz aus vier Hauptterminals und insgesamt 24 über ganz Borneo verteilten Bahnhöfen vor. Es wird erwartet, dass die Hochgeschwindigkeitszüge Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometern pro Stunde erreichen und damit die Reisezeiten erheblich verkürzen.

Obwohl die Kosten auf 70 Mrd. USD geschätzt werden, ist es wichtig zu wissen, dass es sich hierbei nur um einen Vorschlag handelt und die endgültige Zahl noch variieren kann.

Der Vorschlag für die Trans-Borneo-Eisenbahn hat zwar einige positive Aufmerksamkeit erregt, doch die Reaktionen der Regierungen sind unterschiedlich:

Der Ministerpräsident des zu Malaysia gehörenden Bundesstaates Sabah, Hajiji Noor, zeigte sich begeistert und glaubt, dass das Projekt als wirtschaftlicher Katalysator für Borneo wirken könnte. Er sieht Vorteile für den Handel, das Wachstum der Grenzindustrie, den Tourismus und die regionale Anbindung.

In Malaysia sagte Verkehrsminister Loke Siew Fook, dass keine Genehmigung für ein solches Projekt erteilt wurde und dass die Ausschreibung für eine Machbarkeitsstudie zu einem ähnlichen Vorschlag erst im Mai eröffnet werde.

Der Premierminister des zu Malaysia gehörenden Bundesstaates Sarawak, Abang Johari Openg, stellte jedoch klar, dass das Unternehmen aus Brunei noch nicht offiziell an die Regierung seines Bundesstaates herangetreten ist, um das Projekt in Angriff zu nehmen.

Indonesien bestätigte Gespräche mit Brunei, aber Indonesien sei keine Verpflichtungen eingegangen.

Bruneis Minister für Verkehr und Informationskommunikation, Shamhary Mustapha, teilte mit, dass keine offiziellen Regierungsgespräche über den Vorschlag stattgefunden haben.

WKZ, Quelle Nikkei Asia, The Sun

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