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Donnerstag, 18 April 2024 07:00

Vereinigte Staaten: Texas Central erhält gemeinsame US-japanische Regierungsunterstützung

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Fotos Texas Central, White House.

Am 10.04.2024 empfing Präsident Biden den japanischen Premierminister Kishida zu einem offiziellen Besuch mit Staatsdinner, um die tiefen und historischen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu feiern. Dieser Besuch spiegelt auch den Aufwärtstrend der amerikanisch-japanischen Allianz wider, die sich zu einer globalen Partnerschaft entwickelt, die eine gemeinsame Vision von Fortschritt und Wohlstand für die Zukunft fördert.

Die ehrgeizigen Bemühungen der beiden Staats- und Regierungschefs erstrecken sich über die gesamte Breite und Tiefe der Allianz und umfassen die Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit, Weltraum, Spitzentechnologie und wirtschaftliche Zusammenarbeit, Diplomatie und Entwicklung sowie zwischenmenschliche Beziehungen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete dazu exklusiv, dass Präsident Joe Biden auch das Interesse an dem Hochgeschwindigkeitsprojekt Texas Central wiederbeleben wollte.

Unter dem Stichwort "Investitionen in die Infrastruktur der USA" heisst es in dem zum Treffen herausgegebenen bilateral koordinierten Informationsblatt über die politischen Vereinbarungen:

"Das US-Verkehrsministerium und das japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus begrüßten Amtraks Führung des Texas Central High Speed Rail-Projekts, das Shinkansen-Technologien nutzt und kürzlich für das Korridor-Identifizierungs- und Entwicklungsprogramm der Federal Railroad Administration (FRA) ausgewählt wurde. Der erfolgreiche Abschluss der Entwicklungsarbeiten und anderer Anforderungen würde das Projekt für potenzielle zukünftige Finanzierungsmöglichkeiten positionieren."

Die 380 km lange Eisenbahnverbindung, die von Texas Central Partners und Amtrak gebaut und betrieben wird, soll die Fahrzeit zwischen den Städten von dreieinhalb Stunden mit dem Auto auf etwa 90 Minuten verkürzen. Japanische Kreditgeber, darunter die Japan Bank for International Cooperation, haben Darlehen zur Verfügung gestellt, um die Entwicklung des Projekts zu unterstützen, das die "Shinkansen"-Hochgeschwindigkeitszugtechnologie von Central Japan Railway nutzen will.

Der Verkehrsminister der Biden-Administration, Pete Buttigieg, hatte schon vor dem diplomatischen Treffen seine Unterstützung für das Hochgeschwindigkeitszugprojekt zwischen Dallas und Houston zugesagt und damit die Aufmerksamkeit auf ein seit Jahren verzögertes Projekt wieder geweckt. In einem Interview mit Lone Star Politics sagte Minister Buttigieg, die neue Vision habe enormes Potenzial: "Wir glauben an das Projekt. Natürlich muss das Projekt noch konkreter werden, aber alles, was ich gesehen habe, stimmt mich sehr zuversichtlich."

Im Dezember 2023 reichte Amtrak das Projekt von Dallas nach Houston beim Korridor-ID-Programm der Federal Railroad Administration ein und erhielt 500.000 USD für die Ausarbeitung eines Projektentwurfs, einer Kostenschätzung und eines Zeitplans, der als Service Development Plan (SDP) bezeichnet wird. Nach Fertigstellung des Plans wird Amtrak einen endgültigen Entwurf und Baupläne vorlegen und die erforderlichen Genehmigungen einholen, einschließlich Umweltprüfungen. Danach wird das Projekt in eine Reihe von Projekten aufgenommen, die im Rahmen des Federal State Partnership-National Program vorrangig vom Bund finanziert werden.

Der heftigste Widerstand gegen das Projekt kommt von Landbesitzern zwischen Dallas und Houston, die ihr Land nicht verkaufen wollen. Zuvor hatte ein texanisches Gericht die Enteignungsbefugnis für das Projekt erteilt. Auf Nachfrage sagte Minister Buttigieg, dass die Nutzung von Enteignungsrechten mit den Eigentumsrechten vereinbar sein muss. "Man muss es den Grundbesitzern recht machen, die davon betroffen sein könnten. Das ist Sache des Projektträgers. Wir werden uns einschalten und dafür sorgen, dass die Rechte aller gewahrt bleiben."

Trotz der jahrelangen Verzögerungen, des Hin und Her und der Änderungen des Plans hofft Minister Buttigieg, dass die Hochgeschwindigkeitszüge die Zukunft des amerikanischen Verkehrswesens sind. "Ich glaube wirklich, dass es kein Zurück mehr gibt, wenn jemand in Amerika zum ersten Mal einen echten Hochgeschwindigkeitszug sieht."

Thomas R. Schultz, WKZ, Quelle Reuters, The White House, NBCDFW

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