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Dienstag, 14 Mai 2024 07:00

Äthiopien/Dschibuti: 6 Jahre Ethio-Djibouti Railway

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Fotos EDR.

Die von China gebaute Äthiopien-Dschibuti-Eisenbahn feierte am Freitag (10.05.2024) ihre Erfolge nach sechs Jahren kommerziellen Betriebs, wobei China offiziell seine Betriebs- und Wartungsdienste für die Strecke beendete. Bei einer Zeremonie in Addis Abeba gab das chinesische Team die Beendigung seiner Beteiligung am Betrieb und an der Instandhaltung der Bahnlinie bekannt.

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Die 752,7 Kilometer lange Normalspur-Eisenbahnlinie verbindet das Binnenland Äthiopien mit den Häfen am Roten Meer im benachbarten Dschibuti. "In den vergangenen zehn Jahren war die Belt-and-Road-initiative eine der wichtigsten Triebkräfte für die kräftige Entwicklung des äthiopischen Infrastrukturbaus und der verarbeitenden Industrie", sagte der äthiopische Parlamentssprecher Tagesse Chafo.

Was den Kompetenztransfer und den Kapazitätsaufbau der äthiopischen Arbeitskräfte vor Ort betrifft, so haben die bisherigen Betreiber, die China Railway Group Limited und die China Civil Engineering Construction Corporation, die Betriebsrechte Ende 2023 an die Ethio-Djibouti Railway (EDR oder Ethio-Djibouti Standard Gauge Railway Share Company) übergeben, die sich zu 75 Prozent im Besitz Äthiopiens und zu 25 Prozent im Besitz Dschibutis befindet. Die EDR, die bisher nur für Verwaltungsangelegenheiten zuständig war, ist nun für den Betrieb der Züge verantwortlich.

Die Strecke verkürzt die Transportzeit für Frachtgüter von mehr als drei Tagen auf weniger als 20 Stunden, senkt die Kosten um mindestens ein Drittel und erleichtert Äthiopien den Zugang zu Seehäfen.

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Seit der Aufnahme des kommerziellen Betriebs für den Personen- und Güterverkehr im Januar 2018 sind auf der Strecke rund 2.500 Personenzüge und 7.700 Güterzüge mit einem Transportvolumen von 9,5 Millionen Tonnen gefahren. Das Gesamtfrachtvolumen entlang der Strecke überstieg im Jahr 2023 2 Millionen Tonnen – wobei darauf hingewiesen werden sollte, dass die ursprünglichen Pläne ein Volumen von über 20 Millionen Tonnen vorsahen, was wahrscheinlich über der tatsächlichen Kapazität lag. Seit 2020 ist ein stetiges Wachstum des gesamten Transportumsatzes zu verzeichnen, 95 Prozent davon sind mit der Fracht verbunden.

"Seit der Inbetriebnahme der Addis Abeba-Dschibuti-Eisenbahn ist das Transportvolumen in den Häfen von Dschibuti um etwa 20 Prozent gestiegen", sagte Hassan Houmed, der dschibutische Minister für Infrastruktur und Verkehr, in einem Interview mit dem China Central Television.

Die Bahnlinie ist die erste elektrifizierte grenzüberschreitende Eisenbahnstrecke in Ostafrika. Obwohl die Strecke für Züge mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h geplant wurde und diese auch dazu in der Lage sind, liegt die tatsächliche Geschwindigkeit eher bei 45-55 km/h. Die geringere Geschwindigkeit ist vor allem auf zwei Gründe zurückzuführen: das Stromnetz, das noch nicht ganz zuverlässig ist, und bestimmte Sicherheitsprobleme. So verursachen beispielsweise die örtlichen Landwirte viele Probleme und Verzögerungen: Sie treiben ihr Vieh immer wieder auf die Gleise und fordern dann von der Bahngesellschaft eine Entschädigung für Tiere, die angefahren werden.

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Die EDR besitzt 35 Elektrolokomotiven, sechs Diesel-Rangierlokomotiven, 30 Reisezugwagen und 1.100 Güterwagen.

Um die regionale Integration spürbar voranzutreiben, muss die EDR die breite Bevölkerung erreichen und sie zunächst auf die Chancen aufmerksam machen, die die Verbindung im In- und Ausland mit sich bringen kann. Es gibt zwei Erweiterungen, die die Bedeutung der Eisenbahn weiter untermauern würden: die Verlängerung in Richtung Mekelle und die voraussichtliche Verbindung zu einem geplanten Hafen in Somaliland. Das Abkommen zwischen Äthiopien und Somalia hat schwere diplomatische Wellen geschlagen.

Äthiopische und dschibutische Regierungsvertreter haben ihre Rolle bei der Förderung des wirtschaftlichen Wohlstands in der Region gewürdigt. Wenn man in der Nähe des Bahnhofsgebäudes am Hauptbahnhof Furi-Lebu am Rande von Addis Abeba ankommt, erkennt man, dass sich das gesamte Viertel in ein neues Viertel verwandelt, beobachteten die Reporter von The Diplomat.

WKZ, Quelle Africa News, The Diplomat

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