Diese Seite drucken
Dienstag, 04 Juni 2024 07:00

Nigeria: Untersuchung zur Entgleisung in Jere

nigeria1nigeria2
Fotos NRC.

Das Nigerianische Büro für Sicherheitsuntersuchungen (Nigerian Safety Investigation Bureau, NSIB) hat eine Untersuchung zu einem Zugunglück eingeleitet, das sich am 26. Mai 2024, am Bahnhof Jere ereignete. Der Personenzug KA2/Lok 2702 war auf dem Weg vom Bahnhof Rigasa in Kaduna zum Bahnhof Idu in Abuja.

Der Zug verließ Rigasa um 8:00 Uhr mit 685 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord. Um ca. 9:28 Uhr näherte sich der Zug dem Bahnhof Jere. Während der Zug eine Weiche nördlich des Bahnhofs Jere passierte, entgleisten der Gepäckwagen (BVA) und ein Passagierwagen. Die entgleisten Wagen wurden ca. 26 Meter von der Weiche weggeschleift, bevor sie zum Stillstand kamen.

An Bord befanden sich zwei Lokführer (einer an der vorderen und einer an der hinteren Lokomotive), zwei Zugbegleiter, drei Fahrkartenkontrolleure, 20 Polizeieskorten (zwei pro Waggon) und vier Mitglieder des Bombenräumkommandos. Der Zug bestand aus zehn Waggons, einem Gepäckwagen und zwei Lokomotiven (eine am vorderen und eine am hinteren Ende).

Glücklicherweise wurden weder Passagiere noch Zugpersonal verletzt. Nach dem Vorfall konnten alle Passagiere sicher aussteigen und wurden mit der hinteren Lokomotive und den übrigen acht Waggons nach Abuja gebracht, wo sie um 12:32 Uhr ankamen, etwas später als die planmäßige Ankunftszeit um 10:17 Uhr. Die vordere Lokomotive, der entgleiste Gepäckwagen, der entgleiste Waggon und ein weiterer, nicht betroffener Waggon blieben am Unfallort zurück.

Erste Untersuchungen unserer Ermittler ergaben, dass der Zug auf dem Abschnitt vor dem Bahnhof Jere mit einer Geschwindigkeit von 90 km/h fuhr und beim Einfahren in den Bahnhof auf 23 km/h verlangsamte. Unmittelbar nach dem nördlichen Umstellpunkt am Bahnhof Jere entgleiste jedoch der BVA und ein Waggon des Zuges.

Die Untersuchung der NSIB soll die Umstände ermitteln, die zu der Entgleisung geführt haben. Dabei werden Faktoren wie die Geschwindigkeit des Zuges, die Gleisbedingungen, die mechanischen Komponenten und die Betriebsverfahren untersucht. Im Rahmen der Untersuchung wird die NSIB mit den relevanten Interessengruppen zusammenarbeiten, darunter die Nigerian Railway Corporation (NRC), um Daten aus dem On-Train Monitoring Recorder (OTMR) und anderen wichtigen Informationsquellen zu analysieren.

"Die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung hat oberste Priorität, und die NSIB setzt sich dafür ein, dass alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Wiederholung zu verhindern und die Sicherheit unserer Eisenbahnsysteme zu verbessern", erklärte Captain Alex Badeh Jr., Generaldirektor der NSIB. "Unsere Priorität ist es, die Ursache(n) der Entgleisung zu ermitteln und Sicherheitsempfehlungen auszusprechen, um die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs in Nigeria zu verbessern und eine Wiederholung zu verhindern."

Das Büro hat sich verpflichtet, eine umfassende und transparente Untersuchung durchzuführen, die internationalen Standards und bewährten Verfahren entspricht. Im Verlauf der Untersuchung werden regelmäßig aktuelle Informationen bereitgestellt.

Die NSIB bittet die Öffentlichkeit um Geduld und darum, bis zum Abschluss der Untersuchung und der Vorlage der Untersuchungsergebnisse keine Spekulationen über die Ursachen des Unglücks anzustellen.

WKZ, Quelle Nigerianisches Sicherheitsuntersuchungsbüro

Zurück