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Dienstag, 26 Juni 2018 07:00

Afrika: Westafrikanische Staaten wollen ihre Infrastrukturen mit chinesischen Investoren ausbauen

Am Mittwoch, den 20. Juni, fand in der nigerianischen Hauptstadt ein hochrangiges Treffen der für den Verkehr zuständigen Minister der Staaten der Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (WAEMU = Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Mali, Niger, Senegal, Togo, Guinea-Bissau), der G5-Sahelzone (Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso, Tschad) und Nigerias statt. Im Mittelpunkt des Treffens in Niamey standen die Strukturierungsprojekte im Bereich der Eisenbahninfrastrukturen und eine harmonisierte Position als Auftakt für das nächste China-Afrika-Forum, das im kommenden September in Peking stattfinden soll.

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Westafrika nimmt das Treffen zum Anlass, seinen Integrationsprozess durch die Förderung gemeinsamer Infrastrukturprojekte, insbesondere im Schienenverkehr, zu verstärken. In diesem Rahmen sollte im gegenseitigen Einvernehmen eine Liste der strukturierenden Eisenbahnprojekte festgelegt werden, die chinesischen Investoren anlässlich des für September 2018 in Peking geplanten China-Afrika-Kooperationsforums (FOCAC) vorgelegt werden.

Westafrika leidet trotz einiger von einigen Ländern eingeleiteter Initiativen unter einem eklatanten Defizit an Eisenbahninfrastrukturen, die trotz des Potenzials für die Entwicklung des Handels Schwierigkeiten haben, den Bedarf zu decken, insbesondere wegen des Mangels an umfangreichen Investitionen. "Unsere Subregion leidet unter einer geringen Diversifizierung des Handels, die sich auf eine reduzierte Anzahl von Rohstoffen mit geringer Wertschöpfung im Agrar- und Rohstoffsektor beschränkt", erklärte der nigerianische Verkehrsminister Karidjio Mamadou, für den "diese Spezialisierung unsere Volkswirtschaften anfällig für klimatische Bedingungen und internationale Preisschwankungen macht".

Da die wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für einzelne Staaten nicht günstig für die benötigten erheblichen Investitionen sind, wollen diese ihre Positionen harmonisieren und gemeinsam nach Investoren suchen, die ihre strukturellen Bahnprojekte finanzieren können. Karidjio Mamadou ernennt dazu die Volksrepublik China, deren Präsident Xi Xiping bereits 2015 gegenüber der Afrikanischen Union (AU) ihre Ambitionen im Wert von 60 Mrd. USD angekündigt hat, die großen afrikanischen Städte durch ein Netz von Eisenbahnlinien zu verbinden.

Die westafrikanischen Staaten sehen vor allem zwei Eisenbahnprojekte als vordringlich an: Die Eisenbahnschleife Abidjan - Ouagadougou - Niamey - Cotonou und die Trans-Sahel-Bahn Nouakchott - Bamako - Ouagadougou - Niamey - N'Djamena. Erstere befindet sich trotz diverser Rückschläge bezüglich der Bolloré-Gruppe (Projekt Blue Line) bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und könnte mit chinesischen Investoren weiter verfolgt werden, die bereits ihre Interessen bekundet haben.

Das Projekt "Transsahelian", das von den G5-Sahel-Ländern geleitet wird, ist eine neue Initiative, um Westafrika mit Zentral- und Südafrika zu verbinden und damit den Anschluss an andere Infrastrukturen des gleichen Typs zu gewährleisten, die in diesen Wirtschaftsräumen bereits von chinesischen Betreibern gebaut werden, wie der Dschibuti-Äthiopien-Eisenbahn oder der Verbindung von Uganda nach Kenia.

WKZ, Quelle La Tribune

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