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Donnerstag, 26 Juli 2018 07:10

Israel: Fertigstellung der Hochgeschwindigkeitsstrecke könnte sich weiter verzögern

Auf der neuen, 57 km langen Bahnstrecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem erfolgen derzeit die ersten Testfahrten. Im September soll die Verbindung eigentlich als erste elektrifizierte Bahnstrecke in Israel in Betrieb gehen, aber Sicherheitsmängel und Infrastrukturverzögerungen lassen diesen Termin unwahrscheinlich werden.

Die Besorgnis über Arbeitsunfälle auf Hochgeschwindigkeitsstrecke Tel Aviv - Jerusalem, die mit Investitionen von 7 Mrd. NIS (1,65 Mrd. Euro) errichtet wird, wächst. Es wird enormer Druck ausgeübt, die Arbeiten bis zum Sukkot-Urlaub Ende September abzuschließen, wie von Verkehrsminister Yisrael Katz versprochen.

Eine Reihe von Quellen teilten den israelischen Zeitungen Globes und Jerusalem Post mit, dass der Druck in den letzten Wochen zu Beinaheunfällen bei der Arbeit auf der Strecke geführt hat. Unter anderem gab es Fälle, in denen Mitarbeiter fast getötet oder überfahren wurden. Zuviele fremde Baufirmen arbeiten hier, so dass Sicherheitsregeln oft nicht eingehalten werden, z.B. wenn Lokomotivführer ohne Standardkommunikationsgeräte in Tunnel einfahren. Ein leitender Angestellter der Israel Railways wird zitiert: "Wir begehen Selbstmord in diesem Bereich."

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke ist seit 2011 im Bau und soll die alte Strecke ersetzen. Der ursprüngliche Eröffnungstermin für das aktuelle Vorzeigeprojekt der Israel Railways, war am Vorabend des letzten Passahfestes Ende März, aber Israel Railways kündigte in letzter Minute eine sechsmonatige Verschiebung des Fahrplans auf September aufgrund von Sicherheitsanforderungen der israelischen Polizei und der Rettungs- und Evakuierungskräfte an.

Während der erste Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Mishmar Ayalon und Jerusalem fast fertig sei, ist der zweite Abschnitt zum Bahnhof Tel Aviv Ha'Hagana wegen Problemen bei der Vorbereitung der Elektrifizierungsinfrastruktur noch lange nicht so weit - die Brücken in diesem Abschnitt besitzen keine Vorbereitung für elektrische Masten.

Ein weiterer Faktor, der den Start der neuen Linie verzögern könnte, sind die besonderen Anforderungen an Rettungs- und Evakuierungsfahrzeuge, falls der Zug im Tunnel stecken bleibt. Die Ausschreibung der Israel Railways für die Rettungsfahrzeuge wurde erst vor einem Monat veröffentlicht, wobei drei Fahrzeuge bestellt wurden.

Das Management der Israel Railways zieht nun die Möglichkeit in Betracht, die fertige Strecke teilweise zu öffnen. Diese Option beinhaltet die Fahrt mit dem elektrifizierten Zug von Jerusalem nach Mishmar Ayalon, wo die elektrische Lokomotive durch eine Diesellok ersetzt wird. Die zweite Möglichkeit bestände darin, den September-Termin fallen zu lassen und die Gesamtöffnung der Strecke um sechs Monate zu verschieben.

Eine Quelle gegenüber der Zeitung: "Wäre ich ein Berater des Verkehrsministers, würde ich ihm sagen, dass er aufhören soll, über den September zu reden, und ich würde ihm auch nicht sagen, dass er über den März sprechen soll. ... Ich habe keinen Zweifel, dass sie noch einige Monate brauchen, um die komplette Infrastruktur auf drei Züge pro Stunde nach Jerusalem vorzubereiten."

WKZ, Quelle Globes, Jerusalem Post

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Letzte Änderung am Donnerstag, 26 Juli 2018 07:33