english

Montag, 06 August 2018 07:05

Südafrika: Ermittlungen gegen leitende Transnet-Führungskräfte wegen Schmiergeldern beim Lokomotivkauf

Bereits ab dieser Woche sind Suspendierungen für leitende Führungskräfte des südafrikanischen staatlichen Bahn- und Hafenbetreibers Transnet SOC Ltd. zu erwarten. Nach Berichten der Wirtschaftskanzleien Werksmans und MNS Attorneys und des Finanzberaters Fundudzi Forensic Services im Auftrag der Regierungsbehörde National Treasury über die umstrittene Ausschreibung von 1.064 Lokomotiven hat ein vom Transnet-Vorstand eingesetzter Disziplinarausschuss fünf seiner Führungskräfte zur möglichen Suspendierung genannt.

Zu den von Suspensierung betroffenen Führungskräften gehören der derzeitige Group CEO Siyabonga Gama und der Engineering Chief Executive Thamsanqa Jiyane sowie der ehemalige Supply Chain Manager Lindiwe Mdletshe, der Group Treasury Official Danie Smit und der Executive Finance Manager Yousuf Laher. Diese werden gebeten, Gründe gegen eine Suspendierung darzulegen.

Die Ermittlungen laufen unter dem Gesichtspunkt der Vereinnahmung des Staates durch Interessengruppen ("state capture"), bei der Privatpersonen Einfluss auf Regierungsbeamte nahmen, um Aufträge von staatlichen Unternehmen zu erhalten. Im Mittelpunkt dieser Anschuldigungen steht die Familie Gupta, die mit dem ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma befreundet war.

Im Juni fand eine Untersuchung der Wirtschaftskanzlei MNS Attorneys heraus, dass Transnet keine ordnungsgemäßen Ausschreibungs- und Bewertungsverfahren durchführt hatte und einige Führungskräfte "fahrlässig" handelten oder "rechtswidrige Entscheidungen" trafen. So berücksichtigten während der Ausschreibung für 1.064 Lokomotiven der damalige CEO Brian Molefe und der CFO Anoj Singh am 31.12.2013 nur zwei von fünf Bietern für die Lieferung von 599 Elektrolokomotiven, als die restlichen Manager im Urlaub waren. Für die weiteren 465 Diesellokomotiven wurden dagegen alle Bewerber um endgültige Angebote gebeten. Begleitet wurden diese Aufträge von Preiserhöhungen durch Angebotserweiterungen.

Transnet hätte es auch versäumt, die Unternehmen für die verspätete Lieferung von Lokomotiven zu bestrafen, wie in den Verträgen vorgesehen. Im Falle von China South Rail (CSR) belief sich dies auf insgesamt 190 Mio. R für drei Verträge mit einem Gesamtvolumen von 25 Mrd. R. Spätere Dokumente zeigten auf, dass CSR vermutete Schmiergelder in Höhe von 5,3 Mrd. R für Gupta-gebundene Unternehmen in den VAE und Hongkong vorgesehen hatte.

WKZ, Quelle Bloomberg, Fin24, Business Live

Zurück

Probeabo

Nachrichten-Filter