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Montag, 29 August 2016 20:03

Vereinigte Staaten: Alstom liefert Hochgeschwindigkeitszüge für Amtrak

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Fotos Alstom, Amtrak.

Auf einer Pressekonferenz haben der amerikanische Vizepräsident Joe Biden und der stellvertretende Verkehrsminister Victor Mendez am 26.08.16 die Bewilligung eines Darlehens aus dem RRIF-Programm (Railroad Rehabilitation and Improvement Financing) im Wert von 2,45 Mrd. USD an Amtrak bekannt gegeben, um unter anderem bei Alstom 28 neue Hochgeschwindigkeitszüge des Neigetechnik-Typs Avelia Liberty für den Nordostkorridor (NEC) zwischen Boston und Washington DC zu kaufen.

Die Veranstaltung diente als Revanche für Barack Obama, der zu Beginn seiner Amtszeit den Bau neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken ankündigte und Joe Biden damals als "Amerikas größten Eisenbahn-Fan" bezeichnete. 

Amtrak und Alstom unterzeichneten außerdem einen Vertrag für die langfristige technische Unterstützung und Lieferung von Ersatzteilen zur Wartung der neuen Züge über einen Zeitraum von 15 Jahren mit einer Option auf weitere 15 Jahre. Zusammen sind diese Verträge 1,8 Mrd. Euro (2 Mrd. USD) wert. Der erste Prototyp wird 2019 fertig sein, der erste Zug 2021 in Betrieb gehen. Bis Ende 2022 sollen alle Züge in Betrieb gegangen und die alte Flotte an Acela-Zügen ausgemustert sein.

Der neue Triebzug wird in der Lage sein, bis zu 33% mehr Passagiere zu befördern als die aktuellen Acela-Züge. Die Triebzug-Konfiguration umfasst einen kompakten Antriebswagen, ausgerüstet mit dem Energie- und Crashmanagement-System (CEM), und neun Fahrgastwagen, mit der Möglichkeit, drei weitere hinzuzufügen, sobald die Nachfrage wächst.

Der Zug ist für Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h (186 mph) ausgelegt, wird aber zunächst mit 257 km/h (160 mph) basierend auf der Streckenbegrenzung eingesetzt werden. Die Gelenkbauweise des Zuges soll mehr Stabilität und Komfort für die Passagiere bieten und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen.

Die neuen Züge werden bei Alstom in Hornell, NY, hergestellt. Die Wartung erfolgt in den Depots von Amtrak in Boston, New York und Washington DC, der technische Support und die Ersatzliefervereinbarung mit zusätzlicher Unterstützung der Alstom-Standorte in New York, Delaware und Illinois. Die Verträge erzeugen mehr als 1.000 Arbeitsplätze in den USA, darunter 750 in New York und 400 bei Alstom. Von der Vereinbarung werden deshalb Alstom in den USA, nicht aber die Beschäftigten bei Alstom in Frankreich profitieren.

Der Nordostkorridor (NEC) umfasst etwa 730 km (457 Meilen). In nur zehn Jahren hat sich dort die Zahl der Passagiere zwischen den Finanzabrechnungen 2002 und 2014 von 2,4 auf 3,5 Mio. erhöht. Im Rahmen der Bemühungen, das Premium-Produkt zu erweitern, will Amtrak neue Züge kaufen.

Pressemeldung Weisses Haus, Alstom, Amtrak

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