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Freitag, 14 September 2018 07:05

Australien: Bahnlinie zur Adani-Kohlemine kommt in abgespeckter Version

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Die Zerstörung der Wasserreserven in Queensland durch die Adani-Mine beklagt die Umwelt-Organisation Australian Conservation Foundation. Foto ACF/Ali Sanderson.

Die indische Bergbaufirma Adani hat die Pläne für den Bau einer neuen Normalspurstrecke zur Gewinnung von Kohle aus dem Galiläa-Becken in Queensland aufgegeben und sich für eine preisgünstige Lösung auf bestehenden Strecken entschieden. Ursprünglich war geplant, eine neue 388 Kilometer lange Strecke von der umstrittenen Carmichael-Mine zur Hafenstadt Abbot Point für den Export zu bauen. Der Vorschlag hätte voraussichtlich 2,3 Mrd. AUD gekostet.

Aber am Donnerstag (13.09.18) sagte das Unternehmen, dass es stattdessen die Mine durch Bau einer nur 188 km langen Schmalspurbahn an die bestehende Schieneninfrastruktur anschließen würde, um den Kohleexport über den Hafen von Abbot Point zu gewährleisten. Der neue Plan würde preiswerter sein.

"Durch die Anbindung an das bestehende Netzwerk können wir die Projektabwicklung beschleunigen, Investitionen reduzieren und Kohle schneller in Länder in Asien liefern", sagte Adani-Mining-Chef Lucas Dow in einer Erklärung. Bestehende Genehmigungen und Landnutzungsverträge könnten dabei weiter genutzt werden.

Christian Slattery von der Non-Profit-Organisation Australian Conservation Foundation sagte: "Die Ankündigung von Adani ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass das Unternehmen den Bau seiner klimaschädlichen Kohlemine ernster denn je nimmt. Sie kommt nur 24 Stunden, nachdem Adani beschuldigt wurde, gegen staatliche und bundesstaatliche Umweltgesetze verstoßen zu haben, indem er Wasserbohrungen in den wertvollen Grundwasservorräten von Queensland vorgenommen hat."

Und weiter: "Adanis Mine wäre eine Katastrophe für unsere Umwelt und unser Klima. Es würde unser Binnengewässer in einer Zeit verschlingen, in der mehr als die Hälfte von Queensland von Dürre beherrscht wird, die Zerstörung des Great Barrier Reefs beschleunigen, indem es zum Klimawandel beiträgt, und unersetzliche kulturelle und natürliche Stätten wie die Doongmabulla Springs bedrohen."

Die Regierung von Queensland zeigte sich bei Einhaltung eines Wahlversprechens von 2015 nicht bereit, das Projekt durch Bundesdarlehen zu unterstützen. Auch Australiens vier große Banken haben sich geweigert, Geld aufzubringen, was das Unternehmen dazu zwang, nach Finanzierungsmöglichkeiten in Übersee zu suchen.

WKZ, Quelle Brisbane Times, Guardian, Australian Conservation Foundation

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Letzte Änderung am Donnerstag, 13 September 2018 18:43